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Vom Waisenkind zum Gastro-Fürsten

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Self-Made-Unternehmer tragen Turnschuhe und T-Shirt. Microsoft-Gründer Bill Gates tat dies lange Zeit, Wolfgang Nöth tut es noch immer. Sein Aufstieg gleicht einer Tellerwäscherkarriere. Viele Jahre seiner Kindheit verbrachte er im Waisenhaus. "Ich lernte schon früh die Gesetze der Straße", sagt der Mann, der zu den erfolgreichsten bayerischen Gastronomen zählt. Nöth gilt als Vater des Kunstpark Ost (KPO), jener Spaßfabrik am Ostbahnhof, die bis vor kurzem die größte Disco- und Kneipenmeile Europas war.<P>Nichts im schlichten Büro des 59-Jährigen deutet auf den Erfolg hin. Keine Insignien der Macht, keine Statussymbole. Neben einem langsam überquillenden Aschenbecher stehen leere Gläser. Ordner und Baupläne liegen verstreut auf dem Arbeitstisch. Ein Computer fehlt. So was braucht Nöth nicht. "Ich habe auch kein Handy und keine Armbanduhr. Das ist alles im Kopf", sagt der gebürtige Würzburger. Dass er Termine auch einmal verschwitzt, hat seinen Weg nach Oben nicht behindert.<P>Nöths Eltern starben kurz nach seiner Geburt. Seine Mutter zerbrach an den Folgen ihrer KZ-Haft. Der 1943 geborene Nöth verbrachte viele Jahre bei Pflegeeltern, in Waisenheimen und Internaten. Nach dem Hauptschulabschluss machte er eine kaufmännische Lehre, bei Neckermann. Mit 16 verließ er Würzburg und landete nach drei Jahren Wanderschaft in München.<P>Dort arbeitete Nöth mal auf dem Bau, mal im Büro. Erst 1980 stieß er zur Gastronomie. Im Kabarett-Café "Fraunhofer" stand Nöth am Ausschank. Bis dahin habe er nie ein Wirtshaus betreten", sagt er. "Ich trinke keinen Alkohol." Schnell zeigte er Organisationstalent. 1982 machte er sich selbstständig und baute eine alte Lagerhalle im Münchner Norden zur "Theaterfabrik" um. Eine Brauerei sponserte ihn, weil sein Konzept sie überzeugte.<P>Der Geschäft lief, Nöth expandierte. 1992 kam der Durchbruch. Auf dem Gelände des alten Flughafen in Riem eröffnete Nöth einige Techno-Clubs wie das "Terminal-1", womit er den Zeitgeist traf. 1996, mit der Gründung des KPO, stieg er in die Riege der Gastro-Fürsten auf. Er verpachtete Clubs und organisierte Events. <P>Daran hat sich auch auf dem Optimol-Gelände, wohin er vor kurzem mit einigen Gastro-Betrieben zog, nichts geändert. "Ich bin für die Clubs der Frontmann nach außen", erklärt er. Das es auf dem Gelände des alten Kunstpark Ost in der Kultfabrik jetzt ohne Nöth weitergeht, stört ihn nicht: "Das ist mir egal. Aber die Betreiber müssen noch viel lernen."<P>Nöth ist bekannt für deftige Worte. Einem Mitbewerber warf er "Sandkastenrockermentalität" vor. Bei den Treffen der Disco-Chefs sind seine Launen gefürchtet. "Wolfgang kann schon richtig beleidigend sein", heißt es. "Ich bin eben ehrlich", sagt Nöth. Das Geheimnis seines Erfolgs sei sein "Durchhaltewillen". Man dürfe nicht einfach aufgeben, wenn es eng werde. Jakob Faltenbacher, Chef vieler Kneipen und Discos, der eng mit Nöth zusammenarbeitet, schätzt an ihm, "dass der nicht redet, sondern einfach handelt".<P>Visionen hat Nöth noch immer. "Das ist der Kunstpark Nord ab 2006", sagt er, und deutet auf Skizzen. Dann legt er einen Zuckerwürfel auf eines der mit Bleistift gezeichneten Vierecke und schwärmt: "Das wird das neue Babylon." Der Pachtvertrag mit der Stadt sei unterschriftsreif. 70 Jahre Laufzeit - für Nöth kein Problem. Wie ein richtiger Self-Made-Unternehmer hat er auch schon die Nachfolge geregelt. "Meine Kinder übernehmen das."Tobias Lill<P></P>

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