Waldbesitzer gießt Bäume selbst

Trockenperiode: - Antdorf - Die Trockenperiode treibt wundersame Blüten: Ein Forstwirt gießt seinen 15 Hektar großen, neugepflanzten Wald bei Antdorf, um die Jungbäume vor dem Verdorren zu bewahren. Jetzt knospen sie wieder.

Als Vorsorge gegen den drohenden Klimawandel ließ Caspar Gernhardt auf seinem Gut Neuried bei Antdorf im Herbst des vergangenen Jahres 15 Hektar Ackerland mit 35 000 speziellen Bäumchen bepflanzen. Doch jetzt setzen den Jungpflanzen die Vorboten des Klimawandels mächtig zu: 150 000 Liter Wasser waren in den vergangenen Tagen nötig, um sie vor dem Verdorren zu bewahren.

Um seine Pflanzen zu retten, bat Gernhardt zu Beginn der Trockenperiode sogar die Antdorfer Feuerwehr um Hilfe. Die Feuerwehrleute dachten zunächst an den Einsatz eines Wasserwerfers für die große Fläche, konstruierten dann aber eine weit effektivere Anlage für ihren Anhänger: Über zwei große Tanks mit je 1000 Litern und einem schwenkbaren Rohrsystem konnten sie die Pflanzenreihen dann ganz gezielt bewässern.

Solch eine Konstruktion ließ Caspar Gernhardt nun für seinen Unimog bauen. Mit seinem Mitarbeiter Josef Ginder fährt er täglich morgens drei Stunden und abends von 16 bis 21 Uhr über die Pflanzung, um jeden einzelnen Baum des 15 Hektar großen Jungwaldes zu gießen.

"Man sieht schon den Erfolg", freut sich der studierte Forstwirt Gernhardt und zeigt eine kniehohe Douglasie, die zwar braune Nadeln hat, aber mittlerweile doch zu knospen beginnt. 150 000 Liter Wasser ließ Gernhardt für die Bewässerungsaktion bereits aus den Brunnen von Gut Neuried in die Tanks pumpen. Er hofft, so den Schaden eingrenzen zu können. Immerhin kostete die Pflanzaktion rund 50 000 Euro. Sie wurde zum Teil mit einem EU-Zuschuss gefördert, der speziell Aktionen gegen den Klimawandel unterstützt.

Beraten wurde er zudem von Revierförster Franz Schmidt, der ihm zur großen Bewässerungsaktion geraten hat: "Dass man Pflanzen im Wald gießen muss, das ist extrem So etwas habe ich noch nie erlebt seit ich Förster bin." Und das ist er immerhin seit 25 Jahren.

Für Neuried waren im Hinblick auf den Klimawandel spezielle Pflanzen ausgewählt worden, die besser als beispielsweise Fichten gegen Hitze und Trockenheit, Stürme und Schädlinge gewappnet sind: Douglasien, Lärchen, Linden, Bergahorn und Eschen. Sie alle sind Tief- oder Herzwurzler und erreichen auch Wasser in tiefer liegenden Schichten.

Allerdings müssen sie dazu erst einmal richtig anwachsen können. Außerdem wird mit der Umwandlung der Fläche, die bisher mit konventionellem Ackerbau bewirtschaftete wurde, in einen Mischwald künftig eine weit größere Artenvielfalt erreicht. Und die Bäume, so Gernhardt, wirken nachhaltig als Klimaverbesserer, weil sie das schädliche CO2 abbauen.

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