Wankmiller-Sekte lockt ahnungslose Internet-Surfer

- Mitgliederzahl steigt auf 160

Füssen (lby) - Die umstrittene Wankmiller-Sekte in Füssen (Landkreis Ostallgäu) hatte in den vergangenen Monaten regen Zulauf neuer Anhänger. Wie Peter Wieland, Leiter der Füssener Initiative für Sektenaufklärung bekannt gab, hätte sich die Zahl der Mitglieder auf knapp 160 erhöht. Unter ihnen werden auch 60 Kinder vermutet.

Sektenbeauftragter Wieland vermutet, dass viele Menschen über das Internet Kontakt zum Wankmiller-Clan bekommen - ohne es zu wissen. Die Gruppe um den selbsternannten "Jesus" Wolfgang Wankmiller sei nämlich Inhaber einer Heilpraktikerschule namens "Likamundi".

So surft manch Unbedarfter auf der Suche nach Tipps über die Datenautobahn und landet unter Umständen auf der Seite der Heilpraktikerschule. Ein erster Kontakt sei hergestellt - dem späteren Rekrutieren in die Sekte stünden keine Hürden mehr im Weg. Und die Gruppe um Wankmiller expandiert weiter: Nicht nur Mitglieder werden "gezüchtet" - mit stetigen Immobilienankäufen frisst sich die Sekte mehr und mehr in die Füssener Altstadt. 23 Häuser nennt die Organisation nach Aussage von Wieland bereits ihr Eigen.

Wirtschaftlich musste die Sekte allerdings gerade erst einen herben Schlag einstecken: Von den 20 sekteneigenen Unternehmen mussten bereits zehn Firmen schließen. Bereits seit Jahren stehen die Mitglieder "des Stamm der Likatier" im verdacht, Sex-Partys zu feiern und im Drogenrausch auch Kinder zu missbrauchen. Ein ehemaliges Mitglied berichtete auch von Gruppensex-Orgien. Im Januar des vergangenen Jahres gelang den Ermittlern aber ein entscheidender Schlag: Vor dem Amtsgericht Kempten wurde einem Mann aus dem Umfeld der Sekte der Prozess gemacht. Das Gericht war zu der Auffassung gekommen, dass der Mann Kinder missbraucht hatte. Für seine Taten muss er zweieinhalb Jahre Haft absitzen.

Auch interessant

Kommentare