Weidens OB Hans Schröpf: Ein Lebenswerk versinkt in Skandalen

- Weiden - Knapp 31 Jahre lang hat Hans Schröpf als Oberbürgermeister die Kommunalpolitik von Weiden bestimmt. Doch seine Verdienste für die kreisfreie Stadt in der nördlichen Oberpfalz, die Schröpf selbst viele Kritiker anerkennend zugestehen, spielten am Ende seiner Amtszeit kaum eine Rolle mehr. Vielmehr bestimmten in den vergangenen Jahren zahlreiche Skandale das Bild des CSU-Kommunalpolitikers, der am 15. Mai 69 Jahre alt wird.

Dabei kann sich die politische Bilanz Schröpfs sehen lassen. Er brachte die Stadt wirtschaftlich voran, die Infrastruktur wurde unter anderem mit dem Bau einer Kongresshalle verbessert und die Ansiedlung einer Fachhochschule erreicht. Dabei galt Schröpf lange Zeit zusammen mit dem verstorbenen früheren bayerischen Justiz-, Innen- und Wirtschaftsminister August Lang (CSU) als Erfolgstandem.

Schröpf war zuletzt einer der dienstältesten Oberbürgermeister Deutschlands, in Bayern nur noch vom Schwabacher OB Hartwig Reimann (SPD) übertroffen. Doch rekordverdächtig ist bei dem Oberpfälzer auch die Liste der Verfahren, die die Staatsanwaltschaft gegen ihn angestrengt hat. Lange Zeit verliefen die Recherchen der Ermittler im Sande. Die Bürger haben ihrem OB die Fehde mit den Strafverfolgern nie krumm genommen. Bei seiner letzten Wahl kam Schröpf erneut im ersten Wahlgang auf stolze 62 Prozent, obwohl das Rathaus gerade im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre stand.

Doch dann verließ Schröpf das Glück. 2005 folgte ein Strafbefehl wegen Betrugs, der CSU-Politiker hatte unerlaubt Nebeneinkünfte in die eigene Tasche gesteckt. Der Richter legte 150 Tagessätze mit einer Gesamtstrafe von 22 500 Euro fest. Eine Strafe in gleicher Höhe bekam Schröpf dann im Dezember 2006. Der ehemalige Finanzbeamte wurde wegen Veruntreuung einer Barspende über 10 000 Mark sowie Steuerhinterziehung zu Gunsten der Stadtverwaltung verurteilt.

Trotz der beiden Vorstrafen wollte Schröpf bis zu den nächsten regulären Kommunalwahlen 2008 im Amt bleiben. Reue über seine Vergehen zeigte er kaum, er präsentierte sich eher als Justizopfer. Erst auf massiven Druck der eigenen Partei reichte er seinen Rücktritt ein und machte dabei plötzlich gesundheitliche Gründe geltend. Bei einem politischen Rücktritt hätte Schröpf seine Pensionsansprüche verloren und sich mit einer niedrigeren Angestelltenrente zufrieden geben müssen.

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