An Heiligabend wird im trauten Familienkreis gefeiert: Eishockey-Nationalspieler Nickolas Latta (2. von links) mit Mutter Karin sowie Bruder Louis und Vater Ken, der den ESV Kaufbeuren in der 2. Bundesliga trainiert. foto: df

Weihnachten feiert Nickolas Latta noch mit der Familie

Peiting - Weihnachten wird bei den Lattas in Peiting in familiärer Harmonie gefeiert. Sohn Nickolas ist dabei. Der Einsatz bei der B-Weltmeisterschaft der U20 erlaubt dem 18-Jährigen, der in Kanada Eishockey spielt, noch ein paar Tage in seiner Hemat bei der Familie zu verweilen. Am 26. Dezember heißt es allerdings wieder Abschied zu nehmen, nur zwei Tage später hat Nickolas Latta einen Einsatz.

Nickolas Latta ist ein sympathischer junger Mann. Stets freundlich und zuvorkommend, und natürlich steht die soeben mit dem Aufstieg in die A-Gruppe abgeschlossene Weltmeisterschaft der U 18 in Garmisch-Partenkirchen im Mittelpunkt. „Vorige Saison standen wir noch am Ende der Tabelle“, erinnert der 18-Jährige an seinen Einsatz in der A-Gruppe, als er noch Jüngster in der deutschen Nationalmannschaft war und mit den Kollegen absteigen musste. Jetzt hat die Truppe gemeinsam den sofortigen Wiederaufsteig geschafft.

Was die Zukunft bringt, das kann Nickolas Latta nicht voraussagen. „Mein Ziel ist es, in Kanada in der NHL zu spielen“, verrät der 18-Jährige, der auf dem besten Weg dorthin ist. „Das ist die beste Liga der Welt.“ Er kann es auch schaffen, davon ist der Peitinger überzeugt. „Aber da muss ich noch viel arbeiten und vor allem gesund bleiben“, weiß er selbst, wie nah Erfolg und Misserfolg beisammen liegen.

Von Peiting nach Garmisch sind es vielleicht 50 Kilometer. Doch um bei der Heim-WM dabei zu sein, musste Nickolas Latta 7000 Kilometer anreisen. Der 18-Jährige stürmt nämlich für Sarnia Sting in der kanadischen Provinz Ontario nahe der Grenze zu den USA. Die Ontario Hockey League (OHL) gehört zu den drei höchsten kanadischen Junioren-Ligen. „Wir haben mindestens drei Spiele in der Woche, und in der Saison sind es 68 Einsätze“, erzählt der Peitinger, der wie die Kollegen bei Gasteltern wohnt. Glück hatte er, dass er zufällig bei einer Cousine von Vater Ken untergekommen ist. Dort besucht er auch die Highschool. Später will er einmal das Fachabitur machen.

„Die Kurse, die wir besuchen, können wir dort selbst wählen“, spricht Nickolas Latta die Schule an. Nebenbei besucht er noch Lehrgänge für das Internet.

Vor allem die Eltern, Ken und Karin Latta, drängen auf einen schulischen Abschluss, damit der Sohn einmal die Möglichkeit für einen Beruf hat. „Das ist sehr wichtig“, nennt Ken Latta die Bedeutung der Ausbildung. Für andere Hobbys oder gar für eine Freundin bleibt da keine Zeit. „Ich wollte mal Gitarrespielen lernen, aber das habe ich bald sein lassen“, schmunzelt Sohn Nickolas.

Geld spielt für den Stürmer noch keine große Rolle. „Aber Sarnia Sting ist ein professionell geführter Verein, und da wird alles bezahlt“, verrät Nickolas Latta, der sogar etwas Taschengeld bekommt. Im Schnitt besuchen 3700 Besucher die Heimspiele der Junioren, die sich als eine multikulturelle Mannschaft versteht. Mit Deutschen, Schweden, Russen und Amerikanern.

Die vielen Eiszeiten, das hohe Niveau und die professionelle Arbeit bei dem Club war entscheidend, dass der junge Stürmer vorige Saison nach Übersee ging. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Familie. Vater Ken Latta ist Kanadier und spielte nach Kempten und Waldkraiburg in der Bundesliga beim EC Peiting. Inzwischen ist er Trainer beim ESV Kaufbeuren in der 2. Bundesliga.

Seine Anfänge machte Nickolas Latta beim EC Peiting. Erst in der Eishockey-Schule, dann bei den Bambini, den Kleinschülern und Knaben. In seinem zweiten Jahr bei den Schülern wechselte er nach Kaufbeuren, wo er in 36 Einsätzen 63 Tore schoss, und später zur DNL nach Garmisch. Dort spielte er zwei Saisonen bei der Jugend. Durch den Vizepräsidenten der Sarnia Sting kam Nickolas Latta zu dem nordamerikansichen Club. „Der hat mich bei einem Turnier in Füssen gesehen und im Sommer gedraftet“, nennt der 18-Jährige die Anfänge.

„Eishockey macht mir immer noch so viel Spaß wie bei den Anfängen“, verrät Nickolas Latta. Sein Bruder Louis komplettiert das männliche Trio der Eishockey-Familie. Der 13-Jährige spielt beim EC Peiting bei den Knaben und will einmal den selben Weg gehen.

Jetzt ist Nickolas Latta froh, nach der WM in Garmisch, der Trainingslager in Füssen und bei den Werdenfelsern vorausgingen, ein paar Tage bei den Eltern und dem Bruder zu bleiben. Gerade über Weihnachten. Wann er wieder in die Heimat kommt, richtet sich nach dem Erfolg der Mannschaft. Erreicht Sting die Play-offs, dann wird es später. Vorige Saison schied die Mannschaft früher aus, so dass er schon Ende März nach Peiting kam. „Aber die Sommerferien verbringen wir bei ihm“, erzählt Mutter Karin und genießt die Tage mit dem älteren Sohn. df

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