Weiteres Kapitel Bergbaugeschichte ist abgeschlossen

- Kamin ist komplett verschwunden

VON ALFRED SCHUBERT Peißenberg - Gestern wurde ein Kapitel der Peißenberger Geschichte geschlossen. Drei Jahrzehnte nach der Schließung des Bergwerks wurde mit dem Abbruch des Kamins das Aus für das Kraftwerk besiegelt. Eine Wiederinbetriebnahme des 40-Megawatt-Kraftwerks ist jetzt nicht mehr möglich. An dem 140 Meter hohen Kamin, der zum ungeliebten Wahrzeichen der Marktgemeinde geworden war, erinnert jetzt nur noch ein Kreis im Boden.

"Anfang April sollten die Abbrucharbeiten beginnen", erinnert sich Herbert Fischhaber, der Betriebsleiter der Peißenberger Kraftwerksgesellschaft, "und Ende Mai sollte der Kamin weg sein." Er fügt erklärend hinzu, dass er vom Jahr 2001 spricht. Doch dann kam es anders. Das erste Abbruchunternehmen ging in Konkurs, man suchte nach einer Ersatzfirma, die die Arbeit zum selben Preis übernehmen sollte. Das Unternehmen wurde gefunden, aber bald machte auch diese Firma dicht. Es wurde wieder ein Nachfolger gesucht und gefunden, und die Arbeiten gingen schließlich weiter.

Auch technische Probleme hatte es in den vergangenen anderthalb Jahren gegeben. "Der Beton war viel härter als ursprünglich angenommen," so Fischhaber. Eines der Abbruchgeräte biss sich daran die Meißel aus. Es musste ersetzt werden, was wieder zu einer Verzögerung führte. Außerdem kam mehr Armierungsstahl zum Vorschein als man vermutet hatte. Die Arbeit ging nur langsam voran.

Trotz aller Schwierigkeiten war gestern das Ziel erreicht: Der Kamin ist weg. Nur noch ein Kreis im Boden erinnert daran, dass hier einmal die 45 Zentimeter dicke Wandung des Kamins stand.

350 000 Euro hat die PKG ausgegeben, um den Kamin, der unbrauchbar und sanierungsbedürftig war, zu beseitigen. Trotz aller Widrigkeiten ist Fischhaber zufrieden mit dem Verlauf der Arbeiten. "Es hat keinen einzigen Unfall gegeben", betont der Betriebsleiter. Und dies sei bei den schwierigen Arbeiten, die in 140 Metern Höhe begonnen hatten, keine Selbstverständlichkeit.

Mit dem Abbruch des Kamins wird wieder ein Kapitel Peißenberger Geschichte geschlossen. Eine Inbetriebnahme des Kraftwerks wie auch dessen umstrittener Umbau zu einer Klärschlammverbrennungsanlage sind jetzt nicht mehr möglich. Der Kessel wird vorerst nicht demontiert, weil dies laut Fischhaber zu teuer wäre. Vo der Dampfturbine und dem 40-Megawatt-Generator will sich die PKG aber trennen. Laut Fischhaber wird derzeit mit einem Kaufinteressenten verhandelt.

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