Wende im Fall Hotel Ambronia: Nun doch Abriss

- VON LUDWIG HUTTER Oberammergau - Bis zuletzt hielt Ralf Schmidt an seiner Entscheidung fest, "das Gebäude von Grund auf zu sanieren", doch in einem letzten Gespräch am Montagabend mit einem erfahrenen Statiker aus München beugte sich der neue Besitzer des Hotel Ambronia in Oberammergau "einer Vielzahl von Gründen", die gegen einen Umbau sprechen. So steht jetzt fest: Der Traditionsgasthof in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche wird nun doch abgerissen.<BR>

<P>Ein "Umdenken in dieser Angelegenheit" ist weder Ralf Schmidt, noch seiner Ehefrau Silke, "leicht gefallen". Schließlich handelt es sich bei dem Objekt um ein historisches Anwesen, dessen Ursprünge auf die Zeit der ersten Passionsspiele zurückgehen sollen. Immerhin über 350 Jahre befand sich das Haus außerdem in Besitz der Familie Wolf, nur in den vergangenen fünf Jahren ruhte der Wirtschaftsbetrieb weitgehend.<P>Biergarten bleibt bestehen <P>Die Eheleute Schmidt aus Ratingen erwarben die "Ambronia" im September 2005, und wollen sie nun zu neuer Blüte führen. Ralf Schmidt, der beruflich in der Automobilzuliefer-Industrie tätig ist: "Nach umfangreichen Untersuchungen vor Ort und dem Urteil verschiedener Experten konnten wir uns zu keiner Sanierung mehr entschließen. Mit Ausnahme der Außenmauern wäre nichts mehr stehengeblieben, denn durch die Anbauten gab es immer wieder Veränderungen in der Gesamtstatik. Außerdem hätten wir in diesem Falle unsere Pläne nicht so verwirklichen können, wie wir es wollen. Und schließlich kommt uns wohl ein Neubau auch nicht teurer als die Sanierung."<P>Die Schmidts wollen das Hotel, das einen neuen Namen erhalten wird, "als ein kleines, aber feines Vier-Sterne-Haus" mit Restaurant führen, mit 14 Doppelzimmern und zwei Suiten. Die neuen Besitzer versichern, dass sich der Neubau harmonisch in die unmittelbare Umgebung eingliedern und sich auch am Ambiente nichts verändern werde. Und: "Bestehen bleibt auf alle Fälle der schöne Biergarten".<P>Losgehen soll es mit dem Bau übrigens laut Ralf Schmidt "so schnell wie möglich", ein Antrag an den Bauausschuss ist in Vorbereitung. Bis Jahresende wollen die Quereinsteiger im Hotel- und Gaststättengewerbe fertig sein, sich damit ihren "Lebenstraum erfüllen". Und Silke Schmidt, von Beruf Immobilienkauffrau, wäre angekommen in Oberammergau, dort, wo sie seit mittlerweile 30 Jahren ihren Urlaub verbringt.<P>

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