Wenn das Herz aus dem Takt ist, muss die Ursache geklärt werden

- Dorfen (prä) - Statistisch stirbt alle fünf Minuten in Deutschland ein Mensch am plötzlichen Herztod. Ursache dafür sei zu 80 Prozent Herzkammerflimmern, berichtete Professorin Dr. Ellen Hoffmann, Chefärztin für Kardiologie am städtischen Klinikum München-Bogenhausen, beim Herzseminar im Dorfener Gesundheitszentrum. Der Internist und Kardiologe, Dr. Walter Ruckdeschel vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Dorfen, hatte die interessante Veranstaltung im Rahmen des Herzmonats mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung organisiert.<BR>

<P>Das Foyer des Dorfener Gesundheitszentrums war überfüllt mit zumeist älteren Besuchern. Besetzt war die Veranstaltung mit vier hochkarätigen Referenten der 1. Medizinischen Abteilung des Städtischen Klinikums München-Bogenhausen. Präzise, doch auch für Nichtmediziner verständlich wurden Risiken, Ursachen, Folgen und Therapiemöglichkeiten bei Herzerkrankungen erläutert und am Ende auch zahlreiche Fragen beantwortet.<P>Über Herzrhythmusstörungen, die oft zu massiven Todesängsten führten, sprach Prof. Hoffmann. Bei gelegentlichem Herzstolpern, kurz anhaltendem Herzrasen oder leichtem Schwindel sollte der Hausarzt zur Klärung aufgesucht werden, empfahl Hoffmann. Bei starken Beschwerden, wie Brustschmerz, Atemnot, starkem Schwindel oder gar Ohnmacht und Herzstillstand müsse sofort der Notarzt gerufen werden.<P>Viel Alkohol, Koffein und Nikotin sind Gift fürs Herz <P>Ursachen für Herzrhythmusstörungen können Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, eine koronare Herzerkrankung, ein Herzinfarkt oder Schwäche sein, so Hoffmann. Generell gelte es, diese Erkrankung zu behandeln und Genussgifte wie Alkohol, Koffein und Nikotin zu vermeiden sowie Kalium und Magnesium einzunehmen. Ganz wichtig sei, in Notsituationen sofort zu reagieren: "70 Prozent hätten überleben können, wenn sie innerhalb von drei bis vier Minuten mit einem Defibrilator behandelt worden wären", berichtet Hoffmann.<P>Eine der häufigsten Rhythmusstörung, das Vorhofflimmern, trete längst nicht nur bei älteren Menschen auf, betonte der Leitende Oberarzt Dr. Dietmar Antoni. Dabei sei die geregelte Ausbreitung der Elektrizität über den Herzmuskel ungeregelt - "sozusagen ein elektrischer Unfall", der den Herzrhythmus störe. Folgen seien u.a. ungeregeltes Herzrasen, Herzklopfen, Schwächeanfälle, Atemnot und Herzdruck bis zur schlimmsten Komplikation, dem Schlaganfall.<P>Die Vermeidung eines Schlaganfalls ist das Ziel bei der Behandlung mit so genannten Blutverdünnern. Der Patient müsse dabei aufpassen, dass er stets richtig eingestellt sei, betonte Oberarzt Dr. Gotthard Rieß. Optimal sei das Gerinnungs-Selbstmanagement, das nachweisbar zu weniger Komplikationen und Todesfällen führe. Dazu müsse man qualifiziert geschult werden und die Kosten teilweise selber tragen. "Alkohol kann Vorhofflimmern auslösen", warnte Rieß. Gute Nachricht: Bei sehr mäßigen Konsum könne ein Glas Wein Herz- und Kreislauferkrankungen aber auch reduzieren.<P>

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