Mae West in München Ost

- Ungewöhnliche Kunstwerke - ungewöhnliche politische Allianzen. Mit den Stimmen von CSU und Grünen hat gestern der Stadtrat die Errichtung des lange und heftig diskutierten Kunstwerks "Mae West" am Effnerplatz beschlossen. In der rot-grünen Rathaus-Koalition knirscht es. Denn die SPD-Fraktion und Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatten das als Eierbecher titulierte Werk verhindern wollen. Die SPD, weil sie keine 1,5 Millionen Euro locker machen wollte. Ude, weil ihm das Kunstwerk nicht gefällt.

<P>Am Ende der Debatte im Stadtrat lag das Pro-Eierbecher-Bündnis mit 40 zu 35 Stimmen vorn. Neben CSU und Grünen stimmten die FDP, die PDS und die Republikaner für das 52 Meter hohe Carbonfaser-Geflecht. Dagegen waren nur SPD und ÖDP.<BR><BR>Rot-Grün hatte es der CSU leicht gemacht, einen Keil in die Koalition zu treiben. Denn die Position der SPD war klar. "Mae West finanziell nicht verantwortbar", erklärten die Sozialdemokraten bereits im Juni, während die Grünen aus ihrer Neigung zum Werk der US-Künstlerin Rita McBride kein Hehl machten.<BR><BR>Man könne die Errichtung von Kunstwerken nicht davon abhängig machen, ob sie gefielen oder nicht, stichelte CSU-Fraktionschef Hans Podiuk und ergänzte: "Wir wollen auch weiter Geld für Kunst im öffentlichen Raum ausgeben". Nur nicht mehr so viel. Statt wie bisher zwei Prozent sollten künftig nurmehr 0,75 Prozent der Kosten für kommunale Bauvorhaben in die Kunst am Bau fließen. Der kulturpolitische Sprecher der CSU, Richard Quaas, sprach gar von einer "Richtungsentscheidung, ob wir uns in Zukunft auch noch Kunst am Bau leisten können".<BR><BR>Verschönern soll das Kunstwerk in Form eines hyperbolischen Paraboloids die Einfahrt zum künftigen Ring-Tunnel Richard-Strauss-Straße. Erst durch dieses Objekt werde der Effnerplatz "zum Platz und nicht nur ein heilloses Straßenkreuz", sagte Grünen-Fraktionschef Siegfried Benker. FDP-Stadträtin Christa Stock kritisierte Ude, "man sollte seine eigene Meinung nicht unbedingt als das Nonplusultra darstellen".<BR><BR>Solche Skulpturen gebe es auch im Baumarkt als Blumenständer, konterte Ude. Da seien sie aber nicht aus Carbon, sondern aus Bambus. "Die Größe des Kunstwerks liegt vor allem in der Höhe - und das ist mir zu wenig." Ude räumte zumindest ein, dass ein zweiter Entwurf von Mae West (benannt nach der amerikanischen Schauspielerin) "sehr viel filigraner und eleganter" geworden sei.<BR><BR>Mit der Errichtung des Kunstwerks ist wohl erst ab 2007 zu rechnen.</P>

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