Westumfahrung geändert: Kreis kreiselt lieber

- VON MICHAEL STÜRZER Landkreis/Starnberg - Der Landkreis wird einen Teil der Planungen für die Westumfahrung Starnbergs kippen und statt einer Brücke mit kleinem Kreisel einen großen Kreisverkehr projektieren lassen. Das beschloss der Kreisausschuss, im Kreistag am Montag ist mit keiner anderen Entscheidung zu rechnen. Die Stadt kommt damit in die Zwickmühle.<BR>

<P>Vor einen Jahr schon hatte CSU-Kreisrat Helmut Wagner die Idee aufgeworfen, die Brücke über die Staatsstraße Söcking-Perchting und den geplanten Kreisel an der heutigen Abzweigung von eben jener Straße Richtung B 2/Maxhof durch einen großen Kreisverkehr zu ersetzen. Damals war der Gedanke auf wenig Resonanz gestoßen, veranlasste die Verwaltung aber dennoch, vom Straßenbauamt dies grob planen zu lassen. In Sitzungen von Kreis-Verkehrs- und Kreisausschuss gestern legte Kreiskämmerin Eva-Maria John die Varianten vor, die sich bei den Kosten um rund 500 000 Euro unterscheiden - der große Kreisel ist billiger. Unterm Strich bleiben für Stadt Starnberg und Landkreis, die sich den Bau der Umfahrung teilen, im schlechtesten Fall je rund 40 000 Euro Einsparung.<P>Entscheidend für das Votum der Ausschüsse war jedoch, dass der Kreisel als sicherer gilt, weil es dann keine Linksabbiegerspur (von Norden kommend Richtung Söcking) auf der Umfahrung geben würde. Johannes Bauer, Verkehrssachbearbeiter der Starnberger Polizei: "Ein Kreisverkehr würde sich dort optimal anbieten", sei sicherer und würde die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Umfahrung nicht nennenswert bremsen. Landrat Heinrich Frey und die meisten Kreisräte schlossen sich dieser Argumentation rückhaltlos an.<P>Daran konnten auch die Argumente von Stefan Scheckinger vom Straßenbauamt nichts ändern. Zwar plant die Behörde in diesem Fall - es geht um eine Kreisstraße - nur, was ihr aufgetragen wird, doch steht fest, dass der Freistaat in den nächsten Jahren die Straße wegen ihrer Bedeutung als Teil der Achse A 96-Starnberg-Weilheim übernehmen wird müssen. Das Amt will eine durchgehend kreuzungsfreie Strecke und keinen Kreisverkehr, damit die Trasse für Autofahrer attraktiv bleibt. Der jetzige Plan sei "ein vernünftiger Anschluss", meinte Scheckinger im Ausschuss. Grund für die Ablehnung ist auch das: Die Behörde fürchtet, dass dem Kreisel in Starnberg weitere in Ober- und Unterbrunn sowie Gilching folgen könnten.<P>Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger sprach sich gegen den Kreisel aus, da es keine neuen Argumente gäbe und die Kosteneinsparung "überhaupt keine Rolle spielt". Nun muss er allerdings den Kreisel doch in den Stadtrat einbringen, der sich schon für die Brücke ausgesprochen hat.<P>

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