Nie wieder Jammern und Keuchen

- VON KATJA GÄBELEIN Bogenhausen - "Ein tolles Gefühl, wie die neue Orgel den ganzen Raum füllt", schwärmt Kirchenmusikerin Angela Forster. Zuletzt musste sie wirklich all ihre Kunst aufwenden, um der alten, ausgedienten Orgel der katholischen Kirche Heilig Blut an der Scheinerstraße noch einige gerade Töne zu entlocken. Mit dieser "Kiste", wie Forster die jammernde, keuchende Orgel nannte, ist es jetzt endgültig vorbei. Am morgigen Donnerstag weiht die Kirchengemeinde ihre nagelneue "deutsch-romantische" Orgel - so der Fachterminus - ein.<BR>

Das behelfsmäßige Vorgängermodell war aus Teilen dreier alter Instrumente zusammengeflickt worden, nachdem die ursprüngliche Orgel der 1934 erbauten Kirche gemeinsam mit dem gesamten Kirchenschiff bei einem Bombenangriff im Oktober 1943 verbrannt war.<P>Münchner fertigten das 4,5-Tonnen-Instrument <P>Nach langen Verhandlungen mit Kirchenverwaltung und Ordinariat wurde im April 2003 der Bau einer neuen Orgel in Auftrag gegeben - bei Orgelbaumeister Johannes Führer. Gemeinsam mit fünf Mitarbeitern seiner Firma "Münchner Orgelbau Johannes Führer" hat er ein Jahr an seinem neuesten "Kind", dem 4,5 Tonnen schweren Instrument gearbeitet. Das massive Gehäuse der mechanischen Orgel besteht aus Eiche, in 25 Register haben die Spezialisten insgesamt 1550 Holz- und Metallpfeifen eingebaut. Der Aufbau der Orgel auf der Empore von Heilig Blut dauerte von Oktober bis Dezember 2005. Allein die Feinintonation der Pfeifen im Kirchenraum durch Intonateur Andreas Pürtinger nahm dabei ganze sechs Wochen in Anspruch.<P>Stolz ist Pfarrer Engelbert von der Lippe nicht nur auf die neue Orgel, sondern auch auf seine Gemeinde. Freiwillige Helfer hatten den Abbau der alten Orgel selbst gestemmt. Auch die Gesamtkosten von 340 000 Euro musste die Gemeinde fast vollständig alleine aufbringen - durch Rücklagen, Spenden und Veranstaltungen wie Basare und Tombolas. Etwa 40 000 Euro fehlen noch. Diese Summe, so hofft die Pfarrei, wird nun die neue Orgel einspielen, ist sie nun doch auch von offizieller Seite akzeptiert: Karl Maureen, Orgelsachverständiger der Erzdiözese München und Freising, hat die Orgel auf Herz und Nieren geprüft und empfahl sie beim Kirchenmusikamt als abgenommen.<P>Einweihung: Am morgigen Donnerstag, 2. Februar, findet ab 18.30 Uhr die Orgelweihe im Rahmen eines Festgottesdienstes mit Domkapitular Prälat Josef Obermaier statt. Anschließend spielt Karl Maureen unter anderem<P>Stücke von Marcel Dupré und Johann Sebastian Bach.<P>

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