"Wir müssen mehr Leben in die Partei bringen"

- Dr. Volker Stoltz zum neuen Vorsitzenden der Kreis-FDP gewählt

VON TOBIAS AIGNER Ostin - Bei den Freien Demokraten im Landkreis Miesbach ist eine Ära zu Ende gegangen: In der Kreishauptversammlung gab Sabine Waegner nach acht Jahren ihr Amt als Kreisvorsitzende ab. Bei ihrer Sitzung in Ostin hatten die Mitglieder einen Nachfolger zu bestimmen. In Zukunft wird Dr. Volker Stoltz die Geschicke der Liberalen im Landkreis lenken.

Der neue Vorsitzende ist ein Mann mit vielen Facetten: Der zweifache Familienvater und Diplom-Volkswirt Dr. Volker Stoltz, der seit einem Jahr in Rottach-Egern lebt, ist Inhaber der Volker Stoltz Consult Meridian Worldwide GmbH. Zudem fungiert er von Berlin aus als Honorarkonsul des Königreiches Swasiland, ist Vorstandsmitglied der Deutsch-Namibischen Entwicklungsgesellschaft sowie Dozent an der Universität in Erfurt. In früheren Zeiten engagierte sich Stoltz an der Seite von Hans-Dietrich Genscher im Wahlkampf der Bundes-FDP.

In seiner ersten Ansprache vor den 22 anwesenden Mitgliedern erklärte der neue Amtsinhaber, dass er künftig "mehr Leben in die Kreis-FDP" bringen wolle. "Es gilt jetzt, vor der Landtagswahl die Ärmel hochzukrempeln, die Basis zu verbreitern und den Generationswechsel voranzutreiben", erläuterte er. Freilich brauche dies seine Zeit. "Gerade jetzt, wo uns der Wind wegen der Möllemann-Affäre ins Gesicht bläst", sagte Stoltz. Als persönliches Ziel gab er aus, die Strukturen des Kreisverbandes "möglichst rasch" kennen zu lernen.

Zuvor berichtete dessen Vorgängerin Sabine Waegner von den Aktivitäten der Kreis-FDP im abgelaufenen Jahr, in dessen Mittelpunkt der Bundestagswahlkampf gestanden sei. "Dort hat sich die Partei überall im Landkreis verbessert", fasste sie erfreut zusammen. Bei den Mitgliedern bedankte sie sich für das jahrelange Vertrauen. Waegner gab "persönliche und politische Faktoren" als Gründe für ihren Rücktritt an. "Acht Jahre sind genug, um aus der ersten Reihe auszutreten", erklärte sie. Das Amt habe sie viel Arbeit und Geld gekostet. Zudem sei ein Personalwechsel wichtig, "damit es zu keinen politischen Verkrustungen kommt".

Waegner bleibt der Kreis-FDP als Beisitzerin erhalten. Den Platz neben ihr nimmt zukünftig Peter Hensel ein. Reinhart Werner, der sich bei Waegner mit einem Blumenstrauß bedankte, wurde als Stellvertretender Vorsitzender bestätigt. Des Weiteren wird Kreishauptausschuss-Leiter Heinrich Fellmann nach Absprache mit dem neuen Vorsitzenden ebenfalls dem Vorstand angehören. Als Schatzmeister erhielt Bernhard Ströbel wieder das Vertrauen, Margit Gundacker-Schülein und Jens Mamber fungieren als Kassenprüfer.

Außerdem wählten die Parteimitglieder sechs Delegierte und fünf Ersatzdelegierte für die Landes- und Bezirksparteitage (siehe nebenstehender Kasten). Mitglied Roland Werner brachte als persönlicher Sprecher von Wolfgang Gerhardt, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, den Vorschlag ein, seine Kontakte zu FDP-Spitzenpolitikern zu nutzen, um sie weiterhin für Veranstaltungen im Landkreis zu gewinnen. Diesen Vorschlag begrüßten die Mitglieder ebenso wie die Idee von Bernhard Ströbel, aufgrund der schlechten Kassenlage eine einmalige Wahlumlage für die Landtagswahl zu erheben.

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