"Wir sind bewusst volksnah"

- VON STEPHANIE HOLZMEIER Eine klare Absage hat der Geschäftsführer der Münchner Schrannenhalle, Klaus Thannhuber, jetzt der Hochkultur in seinem Haus erteilt: "Wir bieten bewusst ein volksnahes Programm und wollen nicht in Konkurrenz zu staatlich geförderten Theatern, Museen oder gar der Oper treten."<BR>

Die Schranne war in der vergangenen Woche in die Schlagzeilen geraten, nachdem die CSU-Beiräte Richard Quaas und Helmut Pfundstein unter Protest aus dem Kultur-Beirat ausgetreten waren (wir berichteten). Ihr Vorwurf: Die Schranne bietet zu wenig Kultur. Um Unklarheiten aus der Welt zu schaffen, will sich Thannhuber in den nächsten Tagen mit OB Christian Ude (SPD) zusammensetzen.<P>Die CSU-Politiker hatten auch die "Feigenblatt-Funktion" des Schrannenbeirats angeprangert - eine Tatsache, die Thannhuber so nicht stehen lassen will. Der Kulturbeirat habe laut Satzung das Recht, beratend und mit Initiativrecht aktiv an der Programmgestaltung teilzunehmen und abschließend darüber auch abzustimmen. Außerdem sei es die Aufgabe Thannhuber: Beirat hat sehr wohl Mitspracherecht des Gremiums, die Umsetzung zu kontrollieren. Thannhuber: "Hat der Beirat etwas zu beanstanden, kann die Stadt aufgrund des Erbbaurechtvertrags Sanktionen aussprechen. Diese können von Abmahnung bis Heimfallrecht an die Stadt München gehen. "Der Beirat kann sich also sehr wohl in die Gestaltung der Schranne einmischen", folgert Thannhuber aus diesen Vorgaben.<P>Im Vertrag mit der Stadt München ist auch festgeschrieben, dass Investor Thannhuber jährlich 150 000 Euro ins Kulturprogramm seiner Halle investieren muss. An diesem Budget sei auch die Zusammenarbeit mit einigen Kuratoren gescheitert. So habe Elisabeth Hartung, für den Bereich bildende Kunst engagiert, allein für zwei Veranstaltungen 22 000 Euro in Rechnung gestellt. Thannhuber: "Das sind über zehn Prozent des Etats. Da stimmen Aufwand und Nutzen nicht überein." <P>Die Schranne soll nach Thannhubers Vorstellungen "ein lebendiger Treffpunkt sein, bei dem Menschen miteinander kommunizieren". Bis Dezember habe man sich in der "Ausprobierphase" befunden. Für 2006 habe man sich vorgenommen, "bewusst mehr Highlights" zu setzen. Damit hofft Thannhuber die "Fehlinterpretation in Sachen Kultur" zu korrigieren.<P>Auch was den Marktbetrieb angeht, stehen Veränderungen ins Haus: So will sich die Schranne künftig als d a s "Geschenkeparadies" präsentieren. An dem halbjährigen Wechsel der Marktstände will Thannhuber auch künftig festhalten - allerdings findet der nächste Wechsel aufgrund der WM bereits zum 31. Mai statt.<P>

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