Zimmermann gegen Willen der CSU-Parteispitze nominiert

- München - Trotz Bedenken der Parteispitze ist der wegen zweifelhafter Spenden umstrittene Münchner CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Zimmermann erneut für die Landtagswahl aufgestellt worden. Die 97 Delegierten des Stimmkreises München-Nordost stimmten am Montagabend mit 67 Prozent für Zimmermann. Sein Gegenkandidat Hans Wolfswinkler erhielt 33 Prozent. Die CSU-Spitze hatte sich zuletzt indirekt gegen die Aufstellung Zimmermanns ausgesprochen. Der Schatzmeister der Münchner CSU hat nach Feststellung der Bundestagsverwaltung gegen das Parteiengesetz verstoßen.

<P>Der CSU-Vorstand will sich angesichts des klaren Votums für Zimmermann offenbar nicht noch einmal mit dem Thema befassen, sofern nicht weitere Verstöße ans Licht kommen. Zimmermann war unter anderem wegen verschwundener Spendenquittungen unter Druck geraten.<BR><BR>"Das ist die Entscheidung dort. Ich halte das nicht für zweckmäßig, dass wir als Parteispitze intervenieren", sagte Landtagsfraktionschef Alois Glück zur erneuten Nominierung von Zimmermann. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel erneuerte seine Kritik an Zimmermann: "Die Sachlage ist geklärt: Die Bundestagsverwaltung hat einen Verstoß gegen das Parteiengesetz festgestellt." Das habe aber für die CSU keine finanziellen Folgen gehabt, da keine Regresspflicht entstanden sei.<BR><BR>Goppel hatte am Wochenende mehreren Zeitungen gesagt, die Delegierten sollten bedenken, welche politischen Folgen eine Entscheidung pro Zimmermann haben könne. Der Schatzmeister der Münchner CSU hatte auch für Schlagzeilen gesorgt, da er Einnahmen aus Beraterverträgen verheimlicht haben soll. "Die Münchner CSU ist ein Sammelbecken an Menschen, die es nicht so genau nehmen mit rechtlichen Dingen", kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget.<BR>Der CSU-Parteivorstand könnte gegen die Aufstellung Zimmermanns noch Einspruch einlegen und sie für ungültig erklären. Im Falle eines Vetos müssten die Delegierten neu wählen, dürften jedoch erneut auch Zimmermann aufstellen. Am Montag gaben sie sich souverän: "Ohne uns kann die Partei keinen Wahlkampf führen", sagte ein Delegierter. Zimmermann wies bei der Versammlung alle Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als "Serie von Verdächtigungen und Anschuldigungen".</P>

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