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An die 60 Feuerwehrmänner waren beim Brand in Ingenried im Einsatz.

Ingenried: Heizung entzündet Wolldecke

100-Jährige vor Flammen gerettet

Ingenried - Die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes hat einer alleinstehenden 100-Jährigen beim morgendlichen Besuch das Leben gerettet. 

Sie ist 100 Jahre alt, hat vieles erlebt – alle ihre Angehörigen überlebt. Das alles konnte die alte Dame nicht erschüttern, die alleine in einer Einliegerwohnung am Ortsrand von Ingenried lebt. Doch der gestrige Tag hat das Leben der Hundertjährigen radikal verändert: Zwar konnte sie unversehrt aus ihrer Wohnung gerettet werden, in der sich eine Wolldecke entzündet hatte. Allerdings hat die hochbetagte Frau ihr Zuhause verloren.

Rückblick: Für die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes ist es ein Termin wie jeder andere bei der alten Dame. Frühmorgens stattet sie der Hunderjährigen den morgendlichen Besuch ab, will beim Waschen, Anziehen, bei der Tabletten-Gabe unter die Arme greifen. Statt das übliche Morgen-Programm zu absolvieren, wird die Pflegedienst-Mitarbeiterin dann zur Retterin. Eine Wolldecke ist in Flammen aufgegangen. Ein Löschversuch scheitert. „Die Frau hat dann die 100-Jährige zu den Nachbarn in Sicherheit gebracht“, erklärt Martin Seiler von der Schongauer Polizei.

Um 7.10 geht der Alarm bei den Feuerwehren ein. Die Mannschaften aus Ingenried, Schwabbruck, Altenstadt, Sachsenried, Rettenbach und Schongau rücken mit insgesamt 60 Mann an. „Der Brand hatte da schon auf den Dachstuhl übergegriffen“, schildert Kreisbrandmeister und Einsatzleiter Manfred Baum, das Szenario beim Eintreffen der Wehren vor Ort. Oberstes Ziel zu diesem Zeitpunkt: Das Hauptgebäude soll vor den Flammen im Nebengebäude gerettet werden. Bilder

„Der Rauch war schlimm“, sagt Baum. Bei einem Wohnungsbrand ist das üblich: Entflammte Textilien setzen viel Chemie frei. Die Schongauer Feuerwehr sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Drehleiter zum Dach zu rangieren. Es geht eng zu am Ortsrand von Ingenried. Schließlich ist es geschafft. Als der Rauch sich bereits seinen Weg unter den Dachplatten ins Freie gebahnt hat, decken die Feuerwehrmänner von der Drehleiter aus und Atemschutzträger auf dem Dach die Platten ab. Zwar ist der Brand im Erdgeschoss entstanden. Wegen eines offenen Giebels hat sich das Feuer allerdings schnell im gesamten Anbau ausgebreitet.

Die Feuerwehr bildet eine sogenannte Widerstandslinie zwischen Anbau und Hauptgebäude – mit Erfolg. Um 8.15 Uhr, also nur eine gute Stunde nach der Alarmierung, ist die Situation unter Kontrolle. Zwar ist das Nebengebäude des Hauses komplett zerstört, „das Hauptgebäude ist aber bewohnbar“, so Manfred Baum.

Wie ist es überhaupt zu diesem Brand gekommen? Zwar hat gestern direkt vor Ort der Kriminal-Dauerdienst der Kripo Weilheim die Ermittlungen übernommen. Die Schongauer Polizei, die gestern auch vor Ort war, konnte jedoch bereits in Erfahrung bringen: Schuld ist eine Wolldecke, die von der Couch gefallen und vor einem Nachtspeicherofen am Boden gelegen war. „Bei dem Ofen ist unten der Wärmeauslass“, schildert Polizist Seiler. Die Decke hat sich so über Nacht erwärmt und schließlich Feuer gefangen. Den Sachschaden schätzt Seiler auf zirka 60 000 Euro.

Was ist schon ein Sachschaden, wenn man mit 100 Jahren nicht nur sein Hab und Gut an die Flammen verliert, sondern auch noch sein gewohntes Umfeld, sein Dach über dem Kopf? Wie tragisch dieser Fall ist, das weiß auch Ingenrieds Bürgermeister Xaver Fichtl. Auch er war gestern Morgen vor Ort, als die Feuerwehr mit den Flammen gekämpft hat – erst fünf Monate ist es her, da hatte er hier noch der alleinstehenden Dame zum 100. Geburtstag gratuliert.

Nicht nur deshalb ist es natürlich Ehrensache, dass sich der Bürgermeister persönlich darum kümmert, dass die Seniorin ein neues Zuhause findet. Erstmal hat man die alte Dame ins Schongauer Krankenhaus eingeliefert, um in Sachen Rauchvergiftung auf Nummer sicher zu gehen. Doch wie geht es weiter?

Gemeinsam mit einer Frau, die sich immer wieder um die hochbetagte Frau kümmert, sucht Fichtl eine Lösung. „Wenn sie einen Betreuungsplatz braucht, dann werden wir den innerhalb weniger Tage bekommen“, verspricht der Ingenrieder Gemeindechef. „Für das sind wir da.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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