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Die Blaskapelle Schwabsoien unter der Leitung von Gerhard Schmid beim Jubiläumskonzert 2016. 

150 Jahre Blaskapelle Schwabsoien

Jubiläumskonzert mit Dirigentenwechsel

Schwabsoien  - Zum 150-jährigen Jubiläum lud die Blaskapelle Schwabsoien unter der Leitung von Gerhard Schmid auf die großen Bühnen der Weltmusik. Einziger Wermutstropfen: Gerhard Schmid verabschiedete sich auch als erster Dirigent.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge erlebten die Mitglieder der Blaskapelle ihr Abschiedskonzert. Mit einem bunten Strauß voll Melodien verabschiedete sich ihr erster Dirigent Gerhard Schmid nach 20 Jahren. Der Nachfolger ist allerdings schon gekürt. Mit dem 19-jährigen Musik-Lehramts-Studenten Micha Müller bekommt die Blaskapelle Schwabsoien den bislang und wahrscheinlich auch weit und breit jüngsten Dirigenten aller Zeiten. Der muss allerdings in riesige Fußstapfen treten. Denn unter der engagierten Leitung von Gerhard Schmid hat sich die Blaskapelle Schwabsoien zu einem herausragenden Klangkörper gemausert.

„Die Blaskapelle Schwabsoien steht mit ihrer musikalischen Leistung ganz oben in der Mittelstufe und wird den Musikbund beim Bayernweiten Landesentscheid in Memmingen vertreten“, erzählte Franz Landes, Beisitzer des Bezirkvorstands Oberland im Musikbund Oberbayern und Niederbayern. Das Prädikat „Mit ausgezeichnetem Erfolg“ habe die Blaskapelle Schwabsoien mehrmals erreicht, so Franz Landes. Der Orchesterchef habe Weitsicht, Kompetenz und Motivation gezeigt und ein gut bestelltes Feld für seinen Nachfolger hinterlassen.

20 Jahre lang Zusammenhalt geschaffen

Auch in der Probenarbeit hat Gerhard Schmid akribisch Maßstäbe gesetzt, wie Vorständin Simone Linder verriet, die über Schmid sagte: „A Dirigent, wias koan zwoaten gibt!“ Er habe sich in den vergangenen 20 Jahren quasi aufgearbeitet, aber auch einen besonderen Zusammenhalt geschafft und mit der Kapelle unvergleichliche Siege gefeiert. „Da braucht man viele Nerven“, so Simone Linder. Seine „pantomimische Darstellung sei „oft besser als jeder Komödienstadel“ gewesen.

Die gute Nachricht: Gerhard Schmid bleibt seiner Kapelle im Holzsatz und als zweiter Dirigent und Tambourmajor erhalten. Und das, obwohl ihm Franz Landes schon eine große Karriere beim Musikbund in Aussicht gestellt hatte.

Von den darstellerischen Qualitäten Schmids konnten die Besucher, die ihn mit stehenden Ovationen gefeiert hatten, beim Konzert überzeugen. Gerhard Schmid dirigiert nicht nur. Er vollführt am Dirigentenpult eine Art Ausdruckstanz und ist mit Leidenschaft dabei. Das Konzert vereinte wunderschöne und beliebte Melodien, wie „Nessun Dorma“ aus Giacomo Puccinis „Turandot“, den Walzer „Wein , Weib und Gesang“ von Johann Strauß Sohn oder „Oh mein Papa“ von Paul Burkhard. Das Ganze wurde so schwungvoll und mit musikalisch ausgefeilter Begeisterung dargebracht, dass es kein Wunder war, dass das Publikum ins Schwärmen geriet.

Publikum forderte Zugaben

Seinen großen Auftritt noch abseits des Dirigentenpults hatte Micha Müller am Baritonsaxophon zum Muppet-Titelsong „Mah Na Mah Na“. Auch Georg Bussewitz glänzte mit einem Trompetensolo, während seine Tochter Vroni zusammen mit Stephan Jahl das Publikum mit pfiffigen Moderationen unterhielt. Die Stücke „Musikantensehnsucht“ von Guido Henn, „Festivus Fanfare“ von Martin Scharnagl, „La Storia“ von Jacob de Haan, „Jazzimut“ von Marc Jeanbourquin und der Konzertmarsch aus dem Musical „Sissi“ komplettierten das kurzweilige Programm. Mit energischem Applaus forderten die Zuhörer noch zwei Zugaben.

Auch die Schönach-Jugendkapelle hatte einen Auftritt beim Konzert. Mit „The Castle of Bray“´und „T-Bone Tricks“ sowie der Zugabe „Ein Hoch auf uns“ zeigte sie, dass da wirklich gut ausgebildete Nachwuchsmusiker heranwachsen. Und auch sie müssen einen Abschied verkraften. Susi Zwick, die die Jugendblaskapelle seit 2014 geleitet hatte, legt ebenfalls den Taktstock nieder.

Ursula Fröhlich 

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