1500 Euro aus Schlafzimmer gestohlen

Nach Wohnungseinbruch: Opfer jagen Täter

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Schwabsoien - Dienstagmittag haben zwei Unbekannte 1500 Euro Bargeld aus einem Schwabsoier Bauernhof gestohlen. Der Hausbesitzer hatte die Täter auf frischer Tat ertappt, in die Flucht geschriehen. Die Nachbarin nahm daraufhin die Verfolgung auf.

Dienstagmittag gegen 12.15 Uhr am Punzenbergweg in Schwabsoien. Max Meyer (Name von der Redaktion geändert) verlässt für 15 Minuten sein Bauernhaus, besucht seinen Nachbarn. Als er zurückkommt, ist die Verbindungstüre zwischen Tenne und Wohnhaus versperrt – seltsam, denkt sich Meyer. Er habe doch nicht zugesperrt. Als er den Ersatzschlüssel der Haustüre aus dem Versteck holt, diese aufsperrt und sein Haus von dieser Seite betritt, traut er seinen Augen nicht: Am anderen Ende des Ganges stehen zwei wildfremde Männer, einer dunkel und mit Hut, einer hellgrau gekleidet. „Was ist hier los!? Was soll das!?“, schreit Meyer lauthals. Die Täter sperren blitzartig die von innen verschlossene Tennentüre wieder auf und flüchten auf die Straße.

Aufmerksame Nachbarin verfolgt die Täter

Eine aufmerksame Nachbarin hört, dass bei Meyer etwas nicht stimmt, bemerkt die flüchtenden Männer und rennt ihnen hinterher. Die Verfolgungsjagd ereignet sich auf der Kaufbeurer Straße hoch in Richtung Gemeindehaus. Plötzlich rollt ein Auto heran, dem die rennende Nachbarin hilfebittend entgegenwinkt – vergeblich. Dreisterweise handelt es sich um das Fluchtfahrzeug der Einbrecher, die blitzartig einsteigen und mit ihrem Chauffeur das Weite suchen.

Auch Meyer beobachtet die Situation, kann wie seine Nachbarin Auto und Kennzeichen vor lauter Aufregung nur grob beschreiben. „Es war vermutlich ein dunkler Audi, die ersten beiden Buchstaben des Nummernschildes ein FR“, sagt der Geschädigte, der inzwischen auch die Polizei informiert hatte. Doch die Täter sind längst über alle Berge.

Verdächtiger Mann fotografiert mehrere Häuser

Michaela M., eine andere Nachbarin, erzählt Meyer, dass bereits Sonntagmittag eine Frau aus Osteuropa um die Schwabsoier Häuser zog. „Ich habe auf das Baby aufgepasst, weil alle anderen in der Kirche waren“, sagt M., als plötzlich an der Terrassentür etwas raschelt. Als sie den Vorhang aufzieht, hält die Osteuropäerin ihr ein Bettel-Blatt vor. Bis M. über die Haustüre in den Garten läuft, um der Sache auf den Grund zu gehen, fehlt von der fremden Frau jede Spur.

M. kennt die Bettelmaschen. Diese kam ihr jedoch äußerst suspekt vor. „Normal klingeln die an der Haustür und schleichen nicht ums Haus.“ M. sieht sich draußen um, erkennt aus der Entfernung einen seltsamen Mann, der sämtliche Gebäude in der Nachbarschaft mit seinem Handy fotografiert. Dann steigt er in einen silbernen Kombi mit dem FR-Kennzeichen (von M. notiert) und rollt ganz langsam die Kaufbeurer Straße hinab, bleibt inmitten auf dieser stehen und fotografiert auch den Bauernhof von Meyer – alles Sonntagmittag passiert, als das halbe Dorf den Gottesdienst besuchte.

Opfer: „Bin heilfroh, dass ich normal schlafen kann“

Hätte M. geahnt, was zwei Tage später ebenso am helllichten Tag passiert, hätte sie das Kennzeichen wohl gleich der Polizei gemeldet. Laut Meyer wussten die Täter ganz genau, wo und nach was sie suchen. Sie haben in seinem Wohnhaus weder etwas aufgebrochen noch verwüstet. „Hätte ich sie nicht auf frischer Tat erwischt, wäre mir der Diebstahl vermutlich gar nicht aufgefallen.“

Erst ausspionieren, dann eiskalt zuschlagen. Dieses klassische Muster professioneller Einbrecherbanden ist bekannt, aber kaum zu stoppen. Die Schongauer Polizei sucht trotzdem nach Zeugen, die genauere Angaben zum Fluchtfahrzeug machen können. Und Meyer ist heilfroh, dass er trotz dieses schockierenden Erlebnisses „ganz normal schlafen kann“.

Zeugenhinweise

an die Schongauer Polizei unter Telefon 08861/23460.

Rubriklistenbild: © dpa

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