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Mit einem Springmesser bedrohte der Angeklagte einen Belastungszeugen.

26-Jähriger aus Herzogsägmühle vor Gericht

"Geld her oder ich steche Dich ab!"

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Herzogsägmühle - Kahlrasiert, braun gebrannt, regungslos: So sitzt ein Hausmeisterhelfer (26) aus Herzogsägmühle auf der Anklagebank und hört zu, was der Staatsanwalt ihm vorwirft – und das ist ein wahrer Raubzug.

Mehrfach soll der 26-Jährige in Herzogsägmühle eingebrochen sein, zwei Spezl beraubt und eine Frau mitten in der Nacht überfallen haben, um ihre Handtasche zu erbeuten. Seit 13. August vorigen Jahres sitzt er schon in Untersuchungshaft. Seit gestern muss er sich unter anderem wegen schweren Raubs, Körperverletzung und Führen einer Schusswaffe vor dem Landgericht München II verantworten.

Mit ihm auf der Anklagebank sitzt ein Elektroniker (49) aus Peiting, der aber nicht inhaftiert ist. Ihm wird Hehlerei vorgeworfen. So soll er zwei gestohlene Notebooks auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt haben, um einen gewinnbringenden Weiterverkauf zu ermöglichen. In seiner Aussage blieb er vage. Er könne das rein technisch gar nicht, sagte er.

Der Hauptangeklagte schweigt derweil zu den Vorwürfen. Über seinen Verteidiger Frank Arnold ließ er ausrichten: „Es werden heute keine Angaben zur Sache und zur Person gemacht.“ Nur so viel geht aus den Personalien hervor: Er ist gebürtiger Augsburger und gelernter Zerspanungsmechaniker.

Mit Diebstählen ging es los

Die Staatsanwaltschaft lastet ihm sechs Taten an. Zuerst Diebstähle in Herzogsägmühle. Laut Anklage hebelte er in der Nacht auf den 4. Juli 2015 die Tür eines Büroraums auf und entwendete zwei Notebooks im Gesamtwert von 600 Euro. Der mitangeklagte Peitinger soll die Geräte dann wieder auf die ursprünglichen Einstellungen zurückgesetzt haben, sodass sie der Herzogsägmühler in Augsburg für 300 Euro verkaufen konnte.

In der Nacht auf den 21. Juli soll er dann in das Fuhrpark- und Hausmeisterbüro eingedrungen sein, wo er ein Notebook für 150 Euro stahl. Angeblich wollte er sich mit Hilfe darauf enthaltener Software zur Programmierung digitaler Türschlüssel einen Generalschlüssel für alle Räume der Herzogsägmühle anfertigen – und diesen für künftige Diebstähle nutzen. Dann nahm er noch den Schlüssel für einen Fiat Skudo an sich, fuhr mit dem Wagen zu einem Schongauer Friedhof und stellte ihn dort ab. Am 8. August versuchte er einen neuerlichen Einbruch, floh aber, weil er beobachtet wurde.

Zeuge mit Messer bedroht

Schließlich soll der Herzogsägmühler auch rabiat geworden sein. Ein Bekannter, der ein Gespräch über den Einbruch vom 4. Juli mitgehört hatte, wandte sich an die Polizei. Daraufhin suchte der 26-Jährige den Zeugen in dessen Schongauer Wohnung auf. Er machte ihm Vorhaltungen und verlangte den Inhalt seines Geldbeutels – 30 Euro. Als sich der Schongauer weigerte, soll der Herzogsägmühler sein Springmesser aufgeklappt und gedroht haben, ihn „abzustechen“, sollte er das Geld nicht sofort rausrücken. Der Bekannte gab ihm daraufhin die 30 Euro.

In der Nacht auf den 4. August wollte der Hauptangeklagte angeblich ein Spielcenter in Schongau an der Bahnhofstraße überfallen – dafür hatte er eine Reizstoffwaffe dabei. Doch das Center hatte schon zu. Als er merkte, dass die Bedienung soeben den Hintereingang verschlossen hatte, nahm er die Verfolgung der Frau auf, die Richtung Lechtorberg ging. Laut Anklage rannte er hinter ihr her und riss an ihrer Handtasche, sodass sie stürzte. Er sagte: „Halt die Klappe, oder ich schieße!“ Schließlich habe er die Tasche an sich gerissen. Die beraubte Frau lief ihm noch hinterher. Als er jedoch zur Abschreckung in die Luft schoss, ließ sie es doch lieber bleiben. Beute: Fünf Euro und Dokumente.

Schließlich soll der 26-Jährige auch noch versucht haben, einen Bekannten in der Herzogsägmühle zu berauben. Diesem hatte er ein Handy für 40 Euro verkauft, wollte es aber zurück, als ihm jemand anderes mehr Geld bot. Als sich der Bekannte weigerte, schlug er ihn. Es kam zur Schlägerei, die erst durch weitere Bewohner beendet wurde.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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