Versteigert: Das Haus an der Münzstraße 7.

540000 Euro für den Männerladen in Schongau

Schongau - Es war spannend bis zum Schluss: Für 540 000 Euro wurde gestern am Amtsgericht Weilheim der ehemalige „Männerladen“ in der Schongauer Münzstraße versteigert.

Oft verlaufen solche Termine beim Amtsgericht immer gleich. Die Offiziellen nehmen ihren erhöhten Platz ein, der ihre hohe Position unterstreicht, seitlich haben sich ein paar Herren positioniert, die aussehen wie aus dem Katalog eines noblen Modehauses - meist Banker oder Juristen -, und hinten sitzen die „Sehleute“, die nur mal sehen wollen, wie so eine Versteigerung abläuft. Und nicht zu vergessen: Irgendwo dazwischen ist ein unscheinbarer älterer Herr, oft in Jeans, kariertem Hemd und Pullover. Das ist der, der Immobilien kauft. Dann werden Einträge aus dem Grundbuch verlesen und anschließend beginnt die Bieterstunde, die vor allem aus gegenseitigem Sich-Anöden der Beteiligen und Unbeteiligten besteht. Der Termin muss aber abgesessen werden, damit ein zweiter angesetzt werden kann, bei dem das Mindestgebot herabgesetzt wird.

Ganz anders lief es am gestrigen Freitag im Sitzungssaal 007 des Weilheimer Amtsgerichts. Zur Versteigerung stand das Haus in der Münzstraße 7 in Schongau, dessen Verkehrswert von einem Gutachter mit 433 000 Euro veranschlagt worden war - mit den Vermerken, dass der Schaden am Dach bereits behoben ist, der Lift aber nicht betriebstauglich ist.

Um 9.33 Uhr eröffnete die Vorsitzende die sogenannte Bieterstunde, die 30 Minuten dauert. Die Bieter ließen nicht lange auf sich warten. Gleich der erste legt kräftig drauf: 250 000 Euro anstelle der mindest geforderten 216 500 Euro. Der zweite Bieter erhöhte auf 303 100 Euro, den Betrag, bei dem keine Zustimmung der Gläubiger mehr erforderlich ist. Dann ging es Schlag auf Schlag. Drei Interessenten boten hoch. Einer von ihnen stieg beim Erreichen des Verkehrswerts aus. Die anderen beiden blieben hartnäckig. Einer reduzierte seine Schritt immer mehr: von 5000 auf 2000 und schließlich auf 1000 Euro. Der andere hingegen legte immer satt zu: mal 20 000 Euro, mal 10 000 Euro. Um 10.13 Uhr hatte er sein Ziel erreicht. Die Vorsitzende schloss die Bieterstunde, nachdem auf seine 540 000 Euro kein weiteres Gebot kam. Ersteigert hat die Immobilie ein Peitinger, der mit seinen Plänen derzeit noch nicht an die Öffentlichkeit gehen will, wie er auf Nachfrage sagte.

st

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