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Einsatz am Sportplatz: Vom Stadel am Bernbeurer blieb am Ende nur ein Gerippe übrig.

Aktualisierte Version

80.000 Euro Schaden bei Feuer auf Sportgelände

Bernbeuren - Großbrand gestern in Bernbeuren: Der gemeindeeigene TSV-Stadel am Sportplatz brannte ab. Schaden: Rund 80.000 Euro.

Es ist kurz nach Mitternacht, als die letzten Gäste die „Bärenhöhle“ in Bernbeuren verlassen. Auf dem Heimweg bemerken sie plötzlich einen strengen Geruch, sehen Rauch in die kalte Luft aufsteigen. Nach genauerem Hinsehen erkennen sie, woher die Schwaden kommen: Der Gemeindestadel am Sportplatz steht in Flammen.

Jetzt geht alles ganz schnell: Die Bernbeurener Feuerwehr trifft schon kurz nach dem Alarm am Einsatzort ein. Die Kameraden aus Schongau und Lechbruck folgen. „Der Stadel befand sich bereits im Vollbrand, als wir ankamen“, berichtet Bernbeurens Kommandant Peter Egner. Auch Polizei und Kripo, Rotes Kreuz, Kreisbrandmeister Johann Deschler und Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer werden zum Einsatzort gerufen. Um die 80 Helfer sind im Einsatz. Die Löscharbeiten enden um drei Uhr, der Einsatz geht etwa zwei Stunden länger.

„Zu retten war allerdings nichts mehr“, sagt Bürgermeister Martin Hinterbrandner resignierend. Sein Fazit: „Totalschaden.“ Bis auf die neben dem Stadel stehenden Altkleider- und Flaschencontainer – die sind nicht zu Schaden gekommen.

Die Ursache für den Brand ist noch nicht eindeutig geklärt. Auf dem Dach des Stadels befand sich aber eine große Photovoltaikanlage, außerdem war dieser an die Flutlichtanlage des Sportplatzes angeschlossen. „Da waren viele Kabel im Umlauf, da ist es schon möglich, dass etwas passieren kann“, deutet Hinterbrandner an. Sicher ist jedenfalls, dass der beschädigte Stromanschluss mit den angrenzenden Stromausfällen in Verbindung steht. „Ein benachbartes Haus und die Auerberghalle waren betroffen“, so Egner. Dank der Mitarbeiter von LEW, die schon nachts vor Ort waren, war dieses Problem aber rasch gelöst.

Derzeit ermittelt das Kriminalfachdezernat Weilheim. Ein technischer Defekt wird von der Polizei nicht ausgeschlossen, Brandstiftung aber auch nicht, hieß es gestern auf Anfrage beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim – allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf einen Vorsatz.

Der Schaden ist hoch, die Polizei schätzt ihn auf 80 000 Euro. Denn der geräumige Stadel war nicht nur Ort vieler Feste, sondern wurde zudem als Speicher genutzt. Mähmaschine, Biertischgarnituren und der Anhänger des Musikvereins waren dort untergebracht.

Sorgen macht sich Rathauschef Hinterbrandner aber im Speziellen um die heimischen Fußballer: „Vor allem die Fußballabteilung des TSV hat den Schober genutzt, dort lagerte ihr sämtliches Equipment.“ Fußballtore, Bälle und Geräte sind nun den Flammen zum Opfer gefallen. Doch TSV-Vorsitzender Joachim Meier sieht bei all dem Unglück noch was Positives: „Zum Glück war der Vereinsbus ausnahmsweise nicht im Stadel, der wäre sonst auch verbrannt.“ Wie die Zukunft der Sparte aussieht, das weiß Meier aber noch nicht. „Ich bin schon geschockt, aber irgendwie muss es ja weitergehen.“ Genaueres lässt sich wohl erst nach der Vereinssitzung nächste Woche sagen.

In einem ist man sich in Bernbeuren jedoch einig: „Wir haben Glück, dass keiner zu Schaden gekommen ist und niemand nach dem Unglück auf der Straße sitzt“, meint Bürgermeister Hinterbrandner. „Auch wenn es jetzt erstmal einige geknickte Gesichter gibt, die Sachen kann man ja alle ersetzen.“

Elena Wlacil

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