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Aus dem Gericht

9000 Euro Strafe wegen Kinderpornos

Ein 65 jähriger Mann aus dem westlichen Landkreis Weilheim-Schongau musste sich kürzlich wegen Beschaffens und Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Schriften vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten. Nach anfänglichem Zögern, gestand er die Tat.

Weilheim – „Im realen Leben bin ich nicht so“, sagte der Angeklagte. Und er berichtete dann von einem Forum im Internet, das er vor drei Jahren entdeckt hatte. Dort geben sich Männer als junge Mädchen aus, unterhalten sich mit sexueller Intention und schicken sich dementsprechend auch gegenseitig Bilder und Videos pornografischen Inhalts, darunter auch illegale kinder- und jugendpornografische Fotos.

Der Angeklagte wollte das laut eigenen Angaben auch mal ausprobieren und weilte für einige Zeit in diesem Forum. Er gab sich als 17 jähriges Mädchen aus, erhielt dann von seinem angeblich weiblichen Chatpartner Fotos, und er selbst verschickte auch eine Videodatei jugendpornografischen Inhalts.

Erinnern wollte sich der Mann nicht, als die Vorsitzende Richterin Christiane Serini ihm die entsprechenden Fotos vorlegte. Mit Hilfe einer speziellen Jugendschutzsoftware war die Polizei auf den Chatpartner des Angeklagten aufmerksam geworden, gegen den gesondert verhandelt wird.

Auf dem Mobiltelefon dieses Mannes befanden sich neben seinen verbotenen Bildern auch die drei illegalen Fotos und die Videodatei, die auf Grund der noch gespeicherten entsprechenden Handynummer dem Angeklagten zugeordnet werden konnten. So konnten die Weilheimer Beamten gegen den Mann ermitteln.

Bei einer Hausdurchsuchung und Sicherstellung des Mobiltelefons des Angeklagten fanden die Beamten zwar keine illegalen Fotos mehr. Die hatte der Mann gelöscht. Aber auf Grund der eindeutigen Rückverfolgung der versendeten und geschickten Dateien auf dem Handy des Chatpartners war die Beweislage klar. „Wenn man so einen Schweinkram macht, sollte man es auch zugeben“, sagte die Richterin, als der Mann sich trotz der belastenden Fakten noch immer nicht an die Bilder erinnern wollte. Auch nicht, als sie ihm vorhielt, dass er bei der polizeilichen Vernehmung schon alles zugegeben hatte.

Eine pädophile Neigung stritt der Angeklagte vehement ab. Auf wiederholtes Nachfragen der Richterin, warum er das denn gemacht habe, sagte er, dass es zur Zerstreuung und Unterhaltung gewesen sei, er sich dann aber komisch gefühlt und die Bilder gelöscht habe. Der Mann knickte schließlich ein und gab die Tat zu.

Die Staatsanwältin fand in ihrem Plädoyer die ganze Geschichte äußerst widerlich. Wie selbstverständlich und zwecks der Gaudi habe er solche Bilder bekommen und verschickt. „Meinen Sie, dass die auf den Fotos abgebildeten Kinder das freiwillig machen?“, fragte sie ihn.

Angeklagter bat um mildes Urteil

In seinem letzten Wort bat der Mann um eine milde Strafe. Die fiel aber nicht nicht in seinem Sinne aus, denn die verhängte Geldstrafe von 9000 Euro trifft den nicht sehr betuchten Mann doch sehr. Zu seinen Gunsten wertete die Richterin lediglich, dass er noch nicht vorbestraft ist. Der Mann nahm das Urteil an.

Regina Wahl-Geiger

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