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Diese Lehrer haben es geschafft: Sie durften ins Nirvana entschweben. Als Belohnung gab es ein Weißwurstfrühstück.

Abistreich am Schongauer Welfen-Gymnasium

ABI-Wars, Sozialer ABIstieg und WasABI

Schongau – Heroische Musik schallt aus den weit aufgedrehten Boxen. Von den Klängen angelockt, strömen am Mittwochvormittag Schüler und Lehrer aus den Schulgebäuden zum Rondell neben der Turnhalle des Welfen-Gymnasiums – es ist Zeit für den traditionellen Abi-Streich.

Die erfolgreichen Schulabgänger werfen sich in erhabene Triumphposen und lassen sich vom Publikum für ihre herausragende Leistung, das Abitur bestanden zu haben, frenetisch bejubeln. Stolz tragen sie T-Shirts mit ihrem jeweiligen Motto: „ABI-Wars – Die Rückkehr der ABIturensöhne“, „Sozialer ABIstieg“ und „WasABI – Auch die schärfsten müssen gehen“.

So sah er aus, der Auftakt des Abistreichs. Es braucht eigentlich nicht erwähnt werden, dass sich die Schule ab diesem Zeitpunkt fest in Schülerhand befand. Das wurde zumindest schnell den Lehrern klar, wurden sie doch zusammengesucht und in einen eingezäunten Bereich verfrachtet, um sie je nach Lust und Laune hervorzuholen und in allerhand Wettkämpfen gegeneinander antreten zu lassen. Den siegreichen unter ihnen winkte ein Platz im Nirvana auf dem Dach der Neubau-Aula, mit Weißwurstfrühstück unter vor der Sonne schützenden Schirmen.

Wie schnell wird das Kondom voll?

In den Spielen waren die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Lehrerschaft gefragt. An Schüler gekettet, musste ein Hindernisparcours bewältigt werden. Der Clou dabei: Wasser musste transportiert werden, mit dem auf der anderen Seite der Strecke ein Kondom bis zum Platzen gefüllt werden sollte. Keine leichte Aufgabe, sind die Dinger doch aus gutem Grund enorm strapazierfähig.

Bei den verschiedenen Wettbewerben war auch musisches Können war gefragt. Im Bild werden vorgegurgelte Melodien erraten.

In einem anderen Wettstreit waren die Biologie- und Mathematiklehrer gefragt. Gegenseitig sollten sie sich pantomimisch Begrifflichkeiten der jeweiligen Fachrichtung vormachen. Sehr zur Belustigung der Schüler und Abiturienten. Mit wilden Verrenkungen, aber auch grazilen Gesten wurden Mythose, Zygote, Evolution, Photosynthese, Enzyme, Baumdiagramm, Thaleskreis, Hyperbel, Satz des Pythagoras, Sekante und vieles mehr dargestellt und zur Verwunderung aller oft richtig erraten.

Abseits der Spiele entwickelte sich auf dem Schulgelände eine wahre Wasserschlacht. Mit Wasserpistolen, Wasserbomben, Flaschen und Eimern wurden alle nass gemacht, die sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten.

Lehrerzimmer mit Papier zugeklebt

Außer Acht gelassen werden dürfen aber auch nicht die Verschönerungen an der Schule durch die Absolventen: Der Durchgang zur Mittelschule wurde als riesiges Aquarium umgestaltet, ein anderer mit Spindschränken zu einem „gespinstischen Labyrinth“ umfunktioniert.

Eine Botschaft hatten die Abiturienten aber auch: In Anlehnung an den Abistreich in Kirchseeon, bei dem das dortige Gymnasium mit 11 250 Blatt Papier zugeklebt wurde, um auf den enormen Papierverbrauch der Schule aufmerksam zu machen, wurde in Schongau das Lehrerzimmer in gleicher Weise gestaltet.

Franziskus Reich

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