Gemeinderat Bernbeuren und Bürgerversammlung 

Abwasser-Kalkulation: Nachzahlungen fallen meist moderat aus

Bernbeuren - Die meisten Grundbesitzer aus Bernbeuren werden nach ersten Berechnungen bei der Abwasser-Kalkulation wohl noch eine dreistellige Summe an Nachzahlungen leisten müssen.

Eine Erhöhung zwischen sechs und acht Prozent sind dies im Schnitt gegenüber der Vorab-Kalkulation für die Abwasserentsorgung im Ort, die nun nach rund 20 Jahren vor dem Abschluss steht. Die Befürchtungen, dass auf die Bürger massive Nachzahlungen etwa für die Kanalherstellung zukommen, sind damit nicht eingetreten.

Bürgermeister Martin Hinterbrandner zeigte sich am Dienstagabend im Gemeinderat bei der Vorstellung der Zahlen „einigermaßen erleichtert“ – und stellt in diesen Minuten in einer Bürgerversammlung die ersten Ergebnisse für die Bürger noch einmal ganz ausführlich vor. Das beauftragte Ingenieurbüro sei nun fertig mit der Vermögenserfassung und Aufnahme der Flächen, was nun als Basis dafür dient, die Herstellungsbeiträge zu berechnen. 14,226 Millionen Euro waren insgesamt investiert worden. 934 000 Euro beträgt der Anteil der Gemeinde, der auch nicht auf die Grundstückseigentümer umlagefähig ist oder über Gebühren wieder eingezogen werden kann. „Dies schreibt der Gesetzgeber vor“, so Hinterbrandner. Dieser Betrag muss aus dem Haushalt heraus finanziert werden.

Immerhin 6,065 Millionen Euro hat die Gemeinde über die Jahre hinweg an Zuschüssen und Zuwendungen bekommen. 256 000 Euro werden noch wegen der Erschließung von Lechweg Nord/Ost erwartet. An Herstellungsbeiträgen von den Bürgern sind 7, 483 Millionen Euro zusammengekommen. 460 000 Euro müssen noch nachgezahlt werden.

„Über die 20 Jahre hinweg ist da nichts aus dem Ruder gelaufen“, machte der Rathauschef deutlich. Der noch zu zahlende Gemeindeanteil verbessere zwar die Gesamtlage der Gemeinde nicht, „aber die Planung und Durchführung war in Ordnung“.

Was nun die Herstellungsbeiträge betrifft, bekommen die Bürger in der ersten Augustwoche eine Art Vorabkalkulation an die Hand. Mit den Zahlen der Vorbescheide und dem Aufmaß (Grund- und Geschoßflächenzahlen) kann sich dann jeder ausrechnen, was in etwa auf ihn zukommt. Das Ingenieurbüro, das die Vermessungen im Auftrag der Gemeinde gemacht hatte, ist dann außerdem an zwei Tagen in der Gemeinde, um Fragen zu beantworten (Montag und Dienstag, 24. und 25. August). Die endgültigen Gebührenbescheide schickt die Gemeinde Bernbeuren dann ab Oktober raus, bis Januar soll jeder seine Abrechnung haben.

Ob geplant sei, auf jene Bürger, auf die eventuell doch tausende Euro an Nachzahlungen zukommen, extra zuzugehen, wollte Oliver Sprenzel wissen. Hinterbrandner schätzt, dass dies nur Einzelfälle betreffe, betonte aber vorsorglich: „Fallts ned in Ohnmacht, wenn Ihr Eure Briefe aufmacht, sondern nehmt Euren Bescheid und kommts in die Gemeinde – wir finden eine Lösung.“ Auch im Gemeinderat soll vor der Verabschiedung der Abwassersatzung Ende August nochmal extra über Hilfestellungen, etwa eine mögliche Stundung, geredet werden. Bei den meisten würde es sich jedoch um Nachzahlung in dreistelliger Höhe handeln. In der Sitzung sprach Hinterbrandner von einem 600-Euro-Schnitt.

Was sich geändert habe, sei die Berechnung bei Grund- und Geschoßflächen. Der über die Grundfläche erhobene Beitrag werde niedriger angesetzt als geplant, bei den Geschoßflächen ergibt sich eine Erhöhung. Was sich für alle Bernbeurer erfreulich auswirken wird: Die Gebühr pro Kubikmeter eingeleitetes Abwasser verringert sich von derzeit 1,28 Euro auf voraussichtlich 1,11 Euro.

Elke Robert

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