Viel Applaus gab es für die Solisten Jutta Wohlfahrt und Richard Demmel (stehend). rwg

Abwechslungsreich und vielseitig

Sachsenried - Viele Blasmusikfreunde waren der Einladung der Musikkapelle Sachsenried zu ihrem Jahreskonzert gefolgt - die Turnhalle in Schwabsoien war brechend voll.

Die Zusammenstellung eines abwechslungsreichen, bunt gemischten Programms stellt neben der eigentlichen Probenarbeit eine Herausforderung für einen Dirigenten dar. Der Leiter der Sachsenrieder Musikkapelle Josef Hindelang bewies aber auch in diesem Jahr, dass er ein gutes Gefühl für die Auswahl der präsentierten Stücke hat.

Der Münchner Komponist Georg Seifert war auch Stabstrompeter der Bayerischen Armee und widmete seinem Sohn Ludwig 1859 den „König Ludwig II-Marsch“, ein Leckerbissen für alle Freunde der gehobenen Marschmusik. Und er ist der Einstieg für die Musikkapelle Sachsenried. Mit Konzentration und musikalischem Engagement interpretieren die 35 Musikerinnen und Musiker diesen rasanten Marsch.

Genauso wie den auch noch ins Programm aufgenommene sehr bekannte „Deutschmeister Regimentsmarsch“ von Wilhelm August Jurek, der bei der Uraufführung 1893 interessanterweise nicht von einer Musikkapelle, sondern am Klavier begleitet gesanglich vorgetragen wurde. Aber der Marsch wurde schnell zum Schlager, und war den Sachsenrieder Zuhörern natürlich auch bekannt, man pfiff teilweise mit. Eine Polka „Von Freund zu Freund“ von Martin Scharnagl hörte man, ein Medley „James Last Golden Hits“, und mit dem „Märchenwalzer“ des Komponisten Metodej Prajka wurde der typische „mährische Swing“ des Tschechen präsentiert.

Die Polka „Musikantengeflüster“ von Antonín Pecha ist für zwei Solisten komponiert. Jutta Wohlfahrt (Tenorhorn) und Richard Demmel (Flügelhorn) spielten das rasante Stück vollkommen harmonisch und perfekt zusammen. Nach Jubelrufen mussten die beiden Solisten, die auch im nicht musikalischen Leben ein Paar sind, eine Zugabe geben.

Sehr bedeutungsreich ist das moderne Stück „Schmelzende Riesen“ des Österreichers Armin Kofler. Gedanke hinter Titel und Werk ist die Klimaerwärmung und die Auswirkung auf die majestätischen Gletscher, wie die beiden Moderatoren des Abends Verena und Thomas Koch erklärten. Ein ruhiger Eingangsteil wechselt hinüber zu einer rasanten Schlittenfahrt über die Weiten der Arktis, bis dann im letzten Teil das „Klagelied“ der Gletscher musikalisch dargestellt wird.

Aber Sachsenrieds Musikkapelle bringt dann auch noch entspannte Musik. Bei den Welthits aus Italien konnte so mancher Zuhörer leise mitsingen. An diesem Abend hatte auch die Schönach-Jugenkapelle unter der Leitung von Susi Zwick ihren Auftritt. Die Kapelle setzt sich aus Jungmusikern aus Schwabsoien, Altenstadt und Schwabbruck zusammen und ist zu einer stattlichen Anzahl angewachsen.

Heftigen Applaus erhielt David Waibel (Klarinette) aus Schwabbruck, der als neues Mitglied begrüßt wurde. Die jungen Blasmusiker bewiesen mit dem Marsch „Gruß aus Ulm“, einer Kuschel-Polka und dem Hit „Hey Jude“ von den Beatles ebenfalls Abwechslungsreichtum und Vielseitigkeit. Die im Rahmen des Konzertes vorgenommenen Ehrungen rundeten den Abend ab.

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