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Achtmal mit der Faust brutal ins Gesicht geschlagen

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Bernbeuren - Achtmal schlug ein Koch (19) mit der geballten Faust in einer Schongauer Disco zu. Äußerst brutal, fand der Richter. Was der 19-Jährige für eine Strafe aufgebrummt bekam:

Acht Faustschläge ins Gesicht würden von einer großen Brutalität zeugen, stellte der Weilheimer Jugendrichter fest. Er verurteilte einen Koch (19) aus Bernbeuren nach einer Schlägerei in einer Schongauer Disco wegen vorsätzlicher Körperverletzung nach dem Jugendstrafrecht unter Auflagen zu einer Woche Dauerarrest und 800 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten.

Warum sich in der Nacht des 14. August 2011 der Angeklagte in der Schongauer Disco auf ihn stürzte und acht Mal mit der Faust ins Gesicht schlug, konnte sich der 23-Jährige aus Schongau nicht erklären: „Ich kannte den vorher gar nicht.“ Das im Gesicht blutig geschlagene Opfer musste hernach stationär im Krankenhaus behandelt werden und leidet noch heute unter der Attacke. Im Prozess trat er als Nebenkläger auf. Der Angeklagte, der in jener Nacht mit seinem Bruder und Spezln in der Disco war, behauptete, dass ihm jemand im Streit die Brille von der Nase geschlagen habe: „Daraufhin habe ich blind um mich geschlagen, weil ich kaum mehr etwas sah.“ Normalerweise suche man in so einem Fall seine Brille, schlage aber nicht einfach zu, meinte Richter Michael Eberle. Zumal der Geschädigte von „gezielten Schlägen“ des Kochs berichtete.

Der als Zeuge aussagende Bruder des Angeklagten sowie dessen Mutter schlitterten haarscharf an einer Falschaussage vorbei - das Gericht stufte ihre Angaben als unglaubwürdig ein. Erschwerend kam hinzu, dass der 19-Jährige bereits einschlägig vorbestraft war: Vor einigen Jahren war er für schuldig befunden worden, eine Schulkameradin an einer Bushaltestelle verprügelt zu haben und ihr dann auch noch hierfür die Schuld zuzuschieben. „Der Angeklagte zeigt keine Reue und hat sich nicht entschuldigt“, stellte der Staatsanwalt fest, der zwei Wochen Dauerarrest forderte.

Das Jugendgericht beließ es im Urteil bei einer Woche Jugendgefängnis, 800 Euro Schmerzensgeld an das Opfer, Beratungsgesprächen sowie einem Anti-Gewalt-Training.

ik

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