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Die Vorbereitungen für den Baggertrainingsplatz im Straßfeld in Bernbeuren sind fast abgeschlossen. Eine Genehmigung hierfür gibt es nicht.

Ärger um Planung eines Freizeitparks in Bernbeuren

Baggerspielplatz: „Bewusste Täuschung“

Aus dem „Baggerspaß Bernbeuren“ wird nichts, zumindest vorerst. Die Bauherren hätten einen völlig anderen Bauantrag gestellt, dabei handele es sich offensichtlich „um bewusste Täuschung“, so Bürgermeister Martin Hinterbrandner.

Dicht gedrängt saßen am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung in Bernbeuren die Besucher, zusätzliche Stühle für Bürger wurden herangeschafft. Die meisten waren wohl wegen TOP 9 auf der Agenda gekommen – dem Baggerpark Bernbeuren.

Ausführlich berichtete der Bernbeurer Bürgermeister zum Thema, erläuterte chronologisch den Sachstand – vom Erwerb des Grundstücks durch die Bauherrn bis hin zum aktuellen Baufortschritt auf dem Grundstück. Dass auf der Fläche im Bernbeurer Gewerbegebiet Straßfeld die Vorbereitungen für den „Baggerspaß Bernbeuren“, einem Bagger-Spielplatz für Kinder und -Trainingsplatz für Große, bereits nahezu abgeschlossen sind und die Eröffnung in nicht einmal einem Monat stattfinden sollte (wir berichteten), hatte vergangene Woche auch die Gemeinderäte überrascht. Und nicht zuletzt die Gemeinde Burggen in Person von Bürgermeister Joseph Schuster auf den Plan gerufen. Dort hat erst kürzlich auch das Landratsamt sein O.K. gegeben für einen Baggerpark, ein Projekt, für das zwei Jahre Vorlauf notwendig gewesen war.

Hinterbrandner machte in der Sitzung zwei Dinge deutlich: Eine Eröffnung im August werde es nicht geben. Und selbst wenn die Bauherren nun einen Bauantrag für einen Baggerpark stellen, müssten selbstverständlich auch sie den rechtlichen Weg einhalten – bis hin zur Vorlage sämtlicher Gutachten, die für ein derartiges Vorhaben erforderlich sind. Es sei allerdings müßig darüber zu spekulieren, wie man in Bernbeuren darüber abgestimmt hätte oder abstimmen würde bei der Vorlage eines entsprechenden Bauantrages. Hinterbrandner: „Wir haben kein Interesse daran, aber wenn ein Antrag kommt, müssen wir uns damit befassen.“

Beantragt ist bisher im Straßfeld der Bau eines Büro- und Lagergebäudes mit Betriebsleiterwohnung für einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb. Zwar sei seitens der Bauherrn Kirsten und Rainer Forster von der Firma GaLa Oberland durchaus ein Baggerverleih inklusive Baggereinweisung auf dem Gelände geplant gewesen, aber keinesfalls aussschließlich oder gar in Form eines Freizeitangebotes wie eines Baggerparks für Kinder und Erwachsene. Nicht einmal die Hütte – ein möglicher Kiosk für den Baggerspielplatz – sei beantragt gewesen – auch hierüber ist das Landratsamt unterrichtet. Hinterbrandner: „Mein Mitleid hält sich in Grenzen, wenn das Landratsamt einen Baustopp oder den Rückbau verfügt.“

Schon in der vergangenen Woche waren die Bauherren seitens der Behörde in Schongau darauf verwiesen worden, dass die Genehmigung für den Garten- und Landschaftsbaubetrieb keinesfalls eine Freizeitanlage in Form eines Baggertrainingsplatzes umfasse. Das Landratsamt hat ein Auge auf die Baustelle – hatte dem Bauherrn bereits angekündigt, dass der Bau eingestellt werde, wenn nicht genehmigte Anlagen auf dem Grundstück errichtet würden.

Baustelle herrscht derweil auch im Internet – auf der Seite „Baggerspaß Bernbeuren“ tut sich nichts mehr. Auch der Eröffnungstermin am 25. August 2015 wird nun nicht mehr beworben. An der Seite wird lediglich „gearbeitet“.

Für eine Stellungnahme waren die Bauherren gestern nicht erreichbar. Schriftlich hatte Kirstin Forster den Schongauer Nachrichten in der vergangenen Woche jedoch mitgeteilt, dass „auf nicht ausgelasteten Grundstücksflächen (nach Abzug Bauantrag) unsere vorhandenen Baumaschinen (kleinere) für zusätzliche Auslastung der Firma dienen in Form eines Baggertrainings mit untergeordneten Öffnungszeiten“. Es werde keine Anlage Baggerpark errichtet, führt Forster weiter aus. Nicht genehmigungspflichtig sei hingegen der Bodentausch.

Die Aufregung im Ort bezüglich des Vorhabens hatten die Bauherren nicht nachvollziehen können: „Überall in Deutschland gibt es unproblematische Gewerbeeröffnungen u.a. Baggerspielplätze, Trainingsplätze, welche auch der Öffentlichkeit dienen, den Kindern und Erwachsenen Freude bereiten.“ Diese Angebote für die Freizeitgestaltung vermisse sie, Kirstin Forster, in Oberbayern. „Sollte es jedoch mit der Ausführung Probleme geben, werden wir diesen Geschäftszweig nicht fortführen. Jedoch werden wir den Gewerbesitz dann nach Oberammergau zurückverlegen."

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