Asymmetrisch ist der geplante Weilheimer Grundschul-Bau - und das ärgert Josef Taffertshofer.

Ärger über Planung

Taffertshofers Berufsschul-Kampf

Wildsteig/Weilheim –Gegen den Neubau der Weilheimer Berufsschule zieht der Wildsteiger Kreisrat und Bürgermeister Josef Taffertshofer (BfL) zu Felde. Er fordert einen Planungsstopp, weil er zu hohe Folgekosten befürchtet.

Die Pläne für den Neubau der Weilheimer Berufschule stehen: Ein assymetrischer Bau, die sogenannte Spange, am Narbonner Ring im Weilheimer Norden soll in den nächsten Jahren gebaut werden. Dafür haben sich die politischen Gremien des Landkreises ausgesprochen. Der Wildsteiger Bürgermeister dagegen ist der Ansicht, dass die Berufsschule um zehn Millionen Euro teurer wird, weil der Landkreis für die Stadt Weilheim „einen Prestigebau“ plane, den die anderen 33 Städte und Gemeinden mitfinanzieren müssten.

„Wir machen immer wieder die gleichen Fehler“, so Taffertshofer, von Beruf Landwirtschaftsmeister, und forderte die Einsetzung eines Bauausschusses. Ein asymetrischer Bau verursache genauso höhere Kosten wie eine übergroße Fensterfront und ein Flachdach. „Ich kann das nicht mehr ertragen“, so Taffertshofer. Er werde in dieser Sache nicht locker lassen, deshalb habe er auch einen Brief an seine Bürgermeisterkollegen geschrieben.

Er kritisierte auch, dass „normale Kreisräte“, die nicht in den Gremien vertreten gewesen seien und sich mit dem Thema beschäftigt hätten, nicht ausreichend informiert worden seien. „Es ist unser Geld, das von Kreisausschuss, den Landkreisbeamten und den Architekten ausgegeben wird“, so Taffertshofer. Die Entscheidung sollten die Kreisräte treffen, nicht die Verwaltung. Wenn die Kreisstadt Weilheim einen Prestigebau wolle, solle sie auch mitzahlen.

Sowohl im Schul- als auch im Kreisausschuss erntete Taffertshofer bei einigen seiner Kollegen durchaus Zustimmung. Michael Asam (SPD, Peiting) beispielsweise war der Ansicht, man solle das Vorhaben im Auge behalten und Einsparmöglichkeiten prüfen. „Das sind wir den Landkreisbürgern schuldig“.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß wies darauf hin, dass eine Entscheidung längst gefallen sei – mit 11:4 Stimmen für die Spange. Die Bauleitplanung in Zusammenarbeit mit der Stadt Weilheim laufe bereits. Eine konkrete Bauplanung für das Projekt, das mit etwa 40 Millionen Euro veranschlagt ist, gibt es allerdings noch nicht. Wenn diese vorgestellt werde, könne man wieder darüber reden. Grundsätzlich verlasse man sich auf die Fachkompetenz der Architekten, so die Landrätin. Klar sei aber auch, „dass wir bei diesem Kostenvolumen gar nicht leichtfertig agieren können“, so Jochner-Weiß.

Johannes Thoma

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