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Wie im realen Ernstfall: Unter den Augen von Notarzt Dr. Jürgen Brüderle (re.) wurde Herzdruckmassage geübt.

Aktion Discofieber

Schreie an der Unfallstelle

Peiting - „Brücke Oberland“, Feuerwehr Peiting und BRK wollen junge Autofahrer im Hinblick auf Alkohol am Steuer zum Nachdenken bringen.

Ein Bild der Verwüstung vor dem Peitinger Feuerwehrhaus: Zwei völlig verbeulte Autos stehen sich im Dunkeln gegenüber. In ihnen befinden sich verletzte Personen. Schreie, von ferne tönt ein Martinshorn. Stünde nicht Polizist Werner Hoyer mit einem Mikrophon in der Hand und umgeben von 30 Jugendlichen neben der Unfallstelle, könnte man das Ganze wirklich für einen Unfall halten. So aber ist klar, dass es sich um eine besondere Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr Peiting und des BRK-Rettungsdiensts handelt.

Initiiert wurde die vom Verein „Brücke Oberland“. Den Fahranfängern soll dabei veranschaulicht werden, welche Folgen Alkohol am Steuer haben kann. Gleichzeitig wird das richtige Verhalten an einer Unfallstelle praktisch geübt.

Erstes Gebot ist, Hilfe zu rufen. „Was habt Ihr gewählt? 110 oder 112?“, fragte Hoyer zwei junge Frauen, die den Unfall „entdeckt hatten“. Und erklärt gleich, dass die 112 günstiger ist, da der Notruf direkt in Weilheim landet. Durchgeben, wo die Unfallstelle ist, wie viele verletzte Personen beteiligt sind. Und möglichst schnell die Unfallstelle sicher, damit nicht noch mehr passiert, bis die Helfer vor Ort sind.

Das kann allerdings dauern. Und man ist allein da draußen. „Manchmal schreien die Opfer vor Schmerzen, manchmal läuft das Autoradio noch“, schildert Hoyer Unfall-Szenarien. Als die Rettungskräfte dann eintreffen, läuft alles nach Plan ab. Sichern der Unfallstelle, Befreien der Verletzten und wiederbeleben beziehungsweise abtransportieren der Opfer. Dr. Jürgen Brüderle, Feuerwehrkommandant Rudolf Schropp und Polizist Josef Zeller kommentieren das Ganze für die Zuschauer.

Die müssen auch mit Hand anlegen. Wiederbelebung per Herzdruckmassage. Fast eine halbe Stunde lang wechseln die Teilnehmer sich an der Puppe auf dem Boden ab und pumpen auf Kommando Luft in deren Lungen. Die Dramaturgie gibt allerdings vor, dass der Wiederzubelebende nicht mehr zu retten ist. „Ihr habt um das Leben eines Menschen gekämpft, aber es sollte nicht sein“, so Notfallseelsorger Dirk Wollenweber.

Es wird ganz still auf dem Platz als er bewegend schildert, was er macht, wenn nichts mehr zu machen ist. Die Augen des Todesopfers schließen, es mit einem Gebet begleiten. Und sich um die Helfer kümmern, für die so etwas auch nicht einfach ist. „Liebt Euer Leben und macht etwas daraus“, lautet seine Botschaft an die jungen Zuschauer.

Eine gute Stunde dauert die Übung. Die Sozialpädagogen Lisa Rudolf und Tobias Tschech von der „Brücke Oberland“ sowie alle Helfer hoffen, dass die Aktion bleibenden Eindruck hinterlässt und im Hinblick auf Alkohol am Steuer junge Autofahrer zum Nachdenken bringt.

Ursula Fröhlich

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