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Nach der Segnung und dem Gruppenbild von allen Helfern geht es raus in die Pfarrei.

Aktion der Landjugend

Seit 30 Jahren: Jung und Alt im Gespräch

Bernbeuren - Bei der diesjährigen Weihnachtsaktion der Katholischen Landjugend besuchten wieder knapp 25 Jugendliche die Bernbeurer Senioren. Mit elf Gruppen waren insgesamt 110 Häuser zu bewältigen und rund 130 Menschen mit guten Wünschen und kleinen Weihnachtspäckchen zu beschenken.

Die Weihnachtsaktion, bei der alle Senioren ab dem 75. Lebensjahr besucht werden, findet bei der Bernbeurer Landjugend bereits seit 30 Jahren statt. In der Anfangszeit wurden die Plätzchen gemeinsam in der damals noch vorhandenen Küche in der Grund- und Teilhauptschule gebacken. Das sei immer eine große Gaudi gewesen, erinnerte sich Rosi Sieber, die heuer zufällig bei ihren Eltern in Bernbeuren war und selber schon bei der Aktion mitgegangen ist. Mittlerweile wird je eine Sorte der süßen Leckereien von den Mitgliedern zu Hause gebacken und gemeinsam einen Tag vorher im Pfarrstadl eingepackt. Die Plätzchen und Nüsse werden dann am Sonntag von Pfarrer Joachim Schnitzer in der Pfarrkirche gesegnet, von dem ebenfalls die besten Segenswünsche überbracht werden sollen.

Kleine Gruppen Jugendlicher besuchen die Senioren, wie hier Marianne und Willi Grotz.

Danach machen sich die Jugendlichen bei jedem Wetter auf den Weg. Es gab schon Jahre, in denen im Außenbereich so viel Schnee lag, dass das Auto gegen einen Traktor getauscht wurde und die abgelegenen Weiler so angefahren wurden, erinnerte sich Kathrin Zillenbiehler, die seit vielen Jahren für die Routenplanung zuständig ist. Im Bereich der Kommunikation unter den Gruppen, die unterwegs sind, hat sich ebenfalls etwas geändert. Ist ein Team sehr früh fertig, kann in eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe geschrieben werden und es können Häuser noch abgegeben oder dazugenommen werden. So soll verhindert werden, dass die einen schon um 16 Uhr und die anderen erst um 20 Uhr fertig sind. Die Senioren warten ja auch auf das Eintreffen der Jugendlichen, allerdings könne man leider nicht überall gleichzeitig sein, so Vorsitzender Christian Lieb.

Kontakt der Generationen ist wichtig

Die Gespräche, die zwischen Alt und Jung entstehen, sind gerade in der Vorweihnachtszeit wichtige Erlebnisse, die das gegenseitige Verständnis und den Kontakt unter den Generationen aufrechterhalten. Vor allem alleinstehende, ältere Menschen sind für den Besuch sehr dankbar. Während die einen nach Neuigkeiten aus dem Dorf fragten, war es für andere wiederum interessant, aus welcher Familie und welchem Ortsteil die jungen Gäste waren.

Mit Plätzchen, Stollen oder auch einer kleinen Brotzeit warteten viele bereits auf die Mitglieder der Landjugend. Es gibt natürlich auch Senioren, die sich über die Päckchen freuen, aber bei denen nicht eingekehrt wird. Gerade Personen, die heuer „frisch“ 75 Jahre alt wurden, wollen manchmal erklärt haben, was es mit diesem Brauch auf sich hat. Seit ein paar Jahren gibt es auch die Möglichkeit, vorher anzurufen, dass ein Kommen aus gesundheitlichen oder zeitlichen Gründen nicht gewünscht wird. Der Verein versteht außerdem, dass es natürlich Leute gibt, die mit dieser Aktion nichts anfangen können und genau dafür gibt es die Telefonnummer zur Absage.

Geschichten aus der Kindheit

Gerade auch den jüngeren Mitgliedern, die zum ersten Mal dabei sind, fällt es zuerst schwer, ein Gesprächsthema zu finden. Gerne erzählten die Besuchten Geschichten aus ihrer Kindheit, etwa vom Nikolaustag, dem beschwerlichen Schulweg oder als manche selber Landjugendmitglieder waren – in den 50-er und 60-er Jahren. Die Neulinge waren fasziniert, weil sie an Orte kamen, wo sie noch nie waren und Menschen getroffen haben, die sie noch nie gesehen hatten.

Am Ende war man sich wieder einig, wie schön es ist, eine gute Tat im Advent vollbracht zu haben und dafür auch noch viel Lob und Dank von den Senioren geerntet zu haben.

zil

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