Aktionstag Inklusion: Rund ums anders sein

Schongau - Einen glänzenden Auftakt hatte der Aktionstag der Stiftung Scheuklappen mit der Bläserklasse der Staufer Grundschule Schongau und dem Inklusionsensemble der Musikschule Pfaffenwinkel.

Ansonsten fanden etwas weniger Besucher als erhofft den Weg zu den zahlreichen Aktionen von behinderten und nicht behinderten Menschen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund. Zu Beginn war der Saal voll. Die Informations- und Aktionsangebote wurden gut genutzt. Und die Organisatoren, allen voran Martina Wagner, die vor zehn Jahren selbst mit dem Preis der Stiftung Scheuklappen ausgezeichnet wurde, zeigten sich zufrieden. Immerhin konnte man im Laufe der Aktionswoche mehrere tausend Menschen erreichen. Auch Wilfried Knorr, Direktor von Herzogsägmühle, die als Kooperationspartner mit dabei war, freute sich, nach diversen negativen Leserbriefen auch einmal andere Berichte zum Thema Inklusion in der Zeitung zu lesen.

Beim Aktionstag wurden noch einmal geballt die Ergebnisse der vergangenen Woche vom Kurzgeschichten- bis zum Postkarten- und Plakatwettbewerb bis hin zu japanischen Haiku präsentiert. Außerdem gab es Lesungen, Musik, Tanz, Theater und viele Informationen zum Thema „anders sein“.

Alle Hände voll zu tun hatten die blinden Helfer im „Blinden-Café“, in dem unter der Leitung von Tanja Sieler vom Bayrischen Blinden- und Sehbehinderten Bund türkische Köstlichkeiten serviert wurden. Diese hatten von Kadin Ustahysein vom Türkischen Kulturverein und Hatice Sanal vom Verein zur Förderung ausländischer Mitbürger gekocht. Bei einer kleinen Mahlzeit in völliger Dunkelheit erklärte Tanja Sieler über 200 Besuchern, wie sich Blinde im Alltag behelfen.

Aber auch die Workshops wurden gut angenommen. „Aufgepasst, was ist denn das? Das ist Samba, ist Samba-Spaß!“ - skandierten die Kinder mit Musiklehrerin Meike Melinsk. Die hatte Percussion-Instrumente zum gemeinsamen musizieren verteilt. Auf den Spuren des Malers Friedensreich Hundertwasser wandelte Kunstpädagogin Sisko Graefe mit ihrem Gemeinschaftsbild. Nachmittags wurde das Werk von Wilfried Knorr versteigert.

Die Gruppe mHoch3, ein Musikprojekt aus behinderten und nicht behinderten Musikern, unterhielt die Gäste mit Popsongs. Melli Straßer und ihr Begleithund Ben standen auf der Bühne, um den Vortrag von Bettina Freimut über Training und Einsatz von Begleit- und Therapiehunden zu demonstrieren. Selbsterfahrung standen bei den Maltesern, dem Gesundheitsamt und dem Verein Rolli-Welten auf dem Programm. Die Besucher konnten in einen Aging-Anzug schlüpfen oder eine Stadtrundfahrt durch die Altstadt im Rollstuhl unternehmen (Bericht folgt). Für gute Unterhaltung sorgten auch die Tanzgruppe des türkischen Kulturvereins und die bunte Theatergruppe von Michael Krone.

(uf)

Auch interessant

Kommentare