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Aline de Coulon bekommt zwar in jedem Jahr Geburtstagsgeschenke, aber bisher nur viermal an ihrem tatsächlichem Geburtstag, den 29. Februar.

Aline de Coulon aus Schongau:

Am vierten Geburtstag fast volljährig

Schongau - Aline de Coulon wird heute, am 29. Februar, 16 Jahre alt. Nur alle vier Jahre kann sie ihren Geburtstag an ihrem tatsächlichen Geburtstag feiern, ansonsten wird der 1. März als Tag des Wiegenfestes genutzt. Also greift sie die Möglichkeit am Schopf, den 29. Februar 24 Stunden richtig zu genießen.

Auch wenn ihr 4. Geburtstag wirklich etwas Besonderes ist, Extrawürste in Sachen Schule werden nicht gebraten. So einfach mal blau machen und mit den Freunden auf die Pauke hauen – Fehlanzeige. Auch in einem Schaltjahr herrscht Schulpflicht, basta! Und da soll man ja ausgeschlafen sein. Zumindest einigermaßen. Aber da gibt es ja noch das Wochenende, um Freunde einzuladen und die Korken knallen zu lassen. Da darf man dann schon mal die Nacht zum Tage machen, um diesen Geburtstag gehörig zu zelebrieren. „Sweet sixteen“ feiert man darüberhinaus auch nur einmal im Leben.

Wie war das damals mit der Planung? Hätte man nicht den Termin etwas manipulieren können? Mutter Ursula klärt auf: Aline war nach ihrem Bruder Patrick die Nummer zwei in der Geburtreihenfolge. Für diesen besonderen Tag der Entbindung hat sich Ursula de Coulon eine Hausgeburt vorgestellt und gewünscht, in gewohnter Umgebung und mit Hebamme. Beim „zweiten“ soll es ja immer eine Nummer schneller und auch problemloser ablaufen. Zwar war der medizinisch errechnete Geburtstermin im Mutterpass schwarz auf weiß auf den 29. datiert und eingetragen, aber wo klappt es denn wirklich mit dem errechneten Termin?

Der Gedanke war richtig. Die Wehen setzen am 28. gegen Mittag ein. Die Mutter ist beruhigt. Nur noch eine Frage weniger Stunden, dann wird Vater Pascal seine Tochter in den Armen halten. Doch Aline hat ihren eigenen Kopf. Ein Mädchen eben. Sie lässt die versammelte Truppe zappeln. Ein Nervenspiel beginnt. Die ganze Nacht verstreicht, der nächste Tag kommt. Aline bleibt stur.

Mittags also ab ins Krankenhaus. Dort läuft alles wie am Schnürchen. Aline hält sich strikt an die Eintragung im Mutterpass. 29. Februar, kein Tag früher oder später. Sie hat sich ihr Süppchen quasi selbst eingebrockt.

Einen Vorteil hat die ganze Sache. Aline hat sich schon früh mit dem Begriff Schaltjahr befasst. Denn die Mitschüler aufzuklären, war vor allem in den ersten Klassen eine tolle Erfahrung. „Es ist schon was Besonderes, an diesem Tag geboren zu sein“, sagt Aline. Stets wurde der 1. März genutzt, um den Tag zu feiern. Wie wird es am heutigen Montag sein? Ein Mittagessen mit den Eltern, ein Familientreffen am Abend bei den Großeltern. Aber wie gesagt, am nächsten Tag ist Schule. Knallhart. Doch das Wochenende kommt schnell.

Hans-Helmut Herold

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