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Thomas Lein und Bärbel Schlamp mit ihren Alpakas.

Alpakas in Peiting

Kuschelig-kurios: die "Delfine" der Weide

Peiting - Es sieht aus wie ein wuschel-kuscheliges Kamel und ist jetzt in Peiting-Kurzenried daheim: das Alpaka. Eine Geschichte über das Leben mit einem tierischen Exoten:

Von der Straße aus sieht er gar nicht so spektakulär aus, hinter dem Gemäuer verbirgt sich ein Kleinod: Der Saliterhof in Kurzenried wird gerade liebevoll von Bärbel Schlamp (39) und Thomas Lein (42) saniert und gestaltet. Eine ganz besondere Attraktion auf dem Hof sind 15 Alpakas, die seit dem vergangenen Jahr den Pferden Gesellschaft leisten.

Und die sind nicht nur des wunderbar weichen Felles wegen so richtig zum Knuddeln. Gerne lassen sich die wuscheligen Mini-Kamele streicheln. Am liebsten am Hals, ungern am Kopf. Aber wer lässt sich schon gerne die drollige Frisur zerstören?

Wie kommt man eigentlich zu einem Alpaka? Bärbel Schlamp und Thomas Lein sind über eine Freundin auf eine australische Fernseh-Serie aufmerksam geworden, in der die niedlichen Tierchen mitspielen. Bei einem Urlaub am Bodensee haben die beiden dann zum ersten Mal echte Alpakas besucht – „gesehen, verliebt und verloren gewesen“, beschreibt Bärbel Schlamp, warum es für sie und ihren Mann keinen Weg mehr vorbei an den Alpakas gab.

15 Tiere leben inzwischen auf dem Hof. Zwei der Weibchen erwarten Nachwuchs. Gedeckt wird alles unter Aufsicht eines Profi-Züchters. Schließlich ist ein Alpaka-Baby etwas ganz Besonderes: Nur einmal im Jahr kann eine Alpaka-Stute Nachwuchs bekommen. Da will man nichts riskieren. Schließlich haben die Alpakas nicht nur einen ideellen Wert. Auch finanziell muss man für die Tiere tief in die Tasche greifen: Der teuerste Alpaka-Zuchthengst kostet derzeit 675 000 Euro. Für ein „normales“ Tier kann man schon mal ein paar Tausender berappen.

Ein kostbares Gut sind die Tiere nicht nur ihrer ganz besonderen Wolle wegen, die das Ehepaar Schlamp-Lein irgendwann auch selbst auf dem Hof weiterverarbeiten möchte. Auch in der Therapie mit Kindern weiß man das ruhige, ausgleichende Gemüt der Alpakas inzwischen zu schätzen. Auch auf dem Saliterhof arbeiten Therapeuten inzwischen mit Kindern und den „Delfinen der Weide“. „Alpakas sind sehr sensibel“, erklärt Thomas Lein. So kommt es mitunter vor, dass bei Wanderungen mit den Alpakas – auch die werden inzwischen, zum Beispiel beim Peitinger Ferienprogramm, angeboten – durchgewechselt wird. Nicht jeder Mensch passt zu jedem Alpaka. „Es gibt da eine Verbindung zwischen Mensch und Tier – die finden sich.“ Vor allem „Ike“ geht sofort auf Kinder oder kranke Menschen zu. Ein felliger Seelentröster eben.

Bärbel Schlamp und Thomas Lein haben sich so einiges rund um ihre Alpakas einfallen lassen. Auch ein Hofladen ist eröffnet. Dort gibt es unter anderem schicke Kleidung aus Alpaka – denn Alpaka ist nicht immer nur Öko.

Wer jetzt denkt, die beiden würden den ganzen Tag nur am Hof herumwuseln, den Bärbel Schlamps Vater 1980 erworben und zur Gaststätte mit Pferdepension umgebaut hatte, der irrt: Sie betreibt in München ein Landschaftsarchitekturbüro und eine Hausverwaltung. Er hat eine Straßen- und Pflasterbaufirma und einen Gerätestadl in Peiting.

Wie schafft man das alles? Der Hof, die Tiere. Normalerweise stehen die beiden jeden Tag um fünf Uhr morgens auf. Weil am Wochenende Hoffest ist, klingelt der Wecker gerade noch früher, um vier Uhr. Und trotzdem sehen Bärbel Schlamp und ihr Mann irgendwie zufrieden aus. „Die Alpakas holen uns runter“, stimmen beide überein. Und da nimmt man doch alles gerne in Kauf. Da gibt es ja auch noch den Spruch über die Tiere aus Peru: Schau einem Alpaka nicht zu tief in die Augen, sonst bist du verloren.

Info: Ein Hoffest für die ganze Familie gibt es auf dem Saliterhof in Peiting-Kurzenried am Samstag, 18., und Sonntag, 19. Juli, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Am Samstag steht außerdem noch eine große Party bis 22 Uhr an. Auf dem Programm stehen neben Stallführungen eine Modenschau, es gibt ein Kinderprogramm und Essen. Alle Infos rund ums Fest, zum Parken oder Shuttle-Service gibt es auch im Internet unter www.alpakas-saliterhof.de

Barbara Schlotterer-Fuchs

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