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Frust über kein Netz: Tobias Mader kann in seinen Räumen in Altenstadt nicht telefonieren.

Kein Handy-Empfang

100 Prozent LTE: Telekom-Kunde fühlt sich verschaukelt

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Telekom-Kunde Tobias Mader fühlt sich verschaukelt. Nach Angaben des Mobilfunk-Anbieters gibt es in Altenstadt eine 100-prozentige LTE-Netzabdeckung. Der Unternehmer kann in seinen Räumen aber nicht einmal telefonieren. 

Altenstadt – Mit einer Mischung aus Erheiterung und Frust über die Deutsche Telekom hatte Tobias Mader jüngst die Sonderseite in den Schongauer Nachrichten zu den Mobilfunklöchern im Landkreis gelesen. Wie berichtet, kommt Altenstadt laut einer Erhebung des TÜV Rheinlands in den Genuss einer 100-prozentigen Netzabdeckung mit dem derzeit schnellsten Mobilfunk-Standard LTE (4G). Auch die Deutsche Telekom wirbt damit im Internet. Der in Altenstadt tätige Unternehmer Mader bekommt davon allerdings nicht viel ab. In seinen Räumen hat er keinen Empfang.

Wenn er Glück hat, kann Tobias Mader in seiner Solar-Firma am Reiterweg 2 in Altenstadt gerade einmal einen Notruf absetzen. Sein Smartphone schweigt, von einer schnellen mobilen Datenübertragung kann er nur träumen. Als Mader von der angeblichen 100-prozentigen LTE-Abdeckung in Altenstadt erfuhr, platzte ihm der Kragen. Er beschwerte sich bei der Deutschen Telekom.

Die habe sich das Problem angehört „und zugesagt, eine Lösung zu finden“, berichtet Mader. Auf die Lösung wartet er allerdings bis heute. Alles, was ihm die Telekom bislang schickte, war eine für Mader höchst verstörende SMS. Man teilte ihm mit, dass die Versorgung im Reiterweg tatsächlich „nicht ausreicht für eine Nutzung innerhalb von Gebäuden“. Das Standortangebot sei an die Netzplanung weitergegeben worden. Und die werde sich bei Mader melden, „wenn unsererseits Bedarf besteht“.

Das brachte den Firmenchef dann erst richtig auf die Palme: „Dass sich T-Mobile meldet, wenn es von ihrer Seite aus einen Bedarf gibt, finde ich unverschämt“, schimpft er. „Ich bin der Kunde, ich bezahle einen Mobilfunkvertrag und die Telekom verspricht eine hundertprozentige LTE-Abdeckung in meinem Bereich“, macht er klar.

Die Deutsche Telekom lässt auf Anfrage offen, ob und wann der Mangel behoben wird. Sprecher Markus Jodl erklärt, dass die im Internet verbreitete Karte die „Onstreet-Versorgung“ wiedergebe. „Wir können keine definitive Aussage über eine Inhouse-Versorgung treffen“, bedauert Jodl. Denn hier könnten Faktoren eine Rolle spielen, die in dem Kartenmaterial nicht hinterlegt seien. Als Beispiele nennt er Mauerdicke, Beschaffenheit der Mauer und Verglasungen. „Helfen könnte zum Beispiel eine Außenantenne“, meint Jodl. Da müsse sich Mader mal mit einem Fachmann unterhalten. Standortangebote können dem Spreche zufolge auch direkt bei der Deutschen Funkturm (www.dfmg.de) gemacht werden. „Die bauen die Standorte für uns und andere Anbieter“, so Jodl.

Tobias Mader bringt das alles erst mal nicht viel weiter, er ist sauer. Den Vertrag bei der Telekom zu kündigen und den Anbieter zu wechseln, ist seiner Meinung nach auch keine Lösung: „Da wechsele ich nur von Armut zu Elend.“ Er fordert vielmehr das in der Politik diskutierte „National Roaming“ – also, dass sich die verschiedenen Mobilfunkanbieter mit ihren Netzen gegenseitig aushelfen. Die Wettbewerber auf dem Mobilfunk-Markt sperren sich aber bekanntlich noch dagegen.

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