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Maik Rose aus Altenstadt bemüht sich seit 2004 um eine Arbeitsstelle – bisher vergeblich.

36-jähriger Altenstadter kämpft um einen Job

„Ich will arbeiten!“

Maik Rose aus Altenstadt muss jeden Tag schauen, wie er über die Runden kommt. Als Hartz IV- Empfänger bleibt ihm nicht viel Geld zum Leben. Schon seit zwölf Jahren bemüht sich der heute 36-Jährige um einen Ausbildungsplatz – bisher vergeblich. Auch das Jobcenter konnte ihm bisher keine Arbeitsstelle vermitteln. Und jetzt droht sogar noch die fristlose Kündigung der Wohnung.

Altenstadt – „Ja, ich will arbeiten!“ Oft genug hat Maik Rose diesen Satz schon in die Welt hinausgerufen, aber erhört worden ist er bisher nie. Abgesehen von Gelegenheitsjobs hat er offenbar nie die Chance bekommen, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Selbst als er wegen seiner Diabetes-Erkrankung und Bandscheibenproblemen arbeitsunfähig geschrieben war, hätte er jeden Job angenommen. Einfach um zu beweisen, dass er arbeitswillig ist.

Auf der Suche nach Arbeit ist Maik Rose im Jahr 2000 von Berlin nach Bayern gezogen. München und Regensburg waren die ersten Stationen, aber als Ungelernter ist es für ihn schwer, Fuß zu fassen. 2003 dann die Diagnose „Diabetes“. „Das hat mein Leben radikal in den Keller geworfen“, sagt der 36-jährige rückblickend. Er hat sich aber schnell wieder aufgerappelt und ist 2004 nach Schongau gezogen. „Ich wollte in Herzogsägmühle eine Ausbildung machen – zum Kfz-Mechatroniker“, erzählt Rose.

Was ist daraus geworden? Nichts, außer dass er zwei Jahre lang verschiedene Praktika durchlaufen hat, sagt er. Danach versuchte er es in der Cafeteria der Herzogsägmühle – mit dem Ziel, Koch zu werden. Auch daraus wurde nichts, denn 2006 stellte der Bezirk die Zahlungen ein, Maik Rose musste Herzogsägmühle verlassen.

Nach zwei Jahren in Regensburg nahm er im Diakoniedorf einen weiteren Anlauf und bemühte sich dort erneut um eine Ausbildung – ohne Erfolg. Zwischenzeitlich wurde er wegen seiner Diabetes-Erkrankung als erwerbsunfähig eingestuft. Die Sozialhilfe und der Bezirk sind für seinen Lebensunterhalt aufgekommen. Das war für Maik Rose keine befriedigende Lösung. „Ich wollte immer arbeiten.“

2012 ein erneuter Versuch in Herzogsägmühle – und wieder ist nichts daraus geworden. Warum? Bereichsleiter Markus Sinn wollte sich dazu nicht näher äußern. „Aus Datenschutzgründen“, sagt er. Allerdings beteuert er, dass man sich in Herzogsägmühle umfassend für Rose eingesetzt habe.

Seit Februar 2016 ist Maik Rose, der auch noch für einen Sohn (11) und eine Tochter (3) aufkommen muss, wieder als arbeitsfähig eingestuft worden – und fiel zurück auf Hartz IV. Von den rund 400 Euro, die er bekommt, gehen gut ein Drittel für Medikamente und die Stromrechnung weg. „Da bleibt nicht mehr viel zum Leben“, rechnet er vor.

Zu allem Unglück ist ihm jetzt noch die Miete gestrichen worden, weil sein gerichtlich bestellter Betreuer, wegen eines Schlaganfalls nicht rechtzeitig den Weiterbewilligungsantrag stellen konnte. „Ich habe dies noch aus der Reha sofort nachgereicht“, sagt der Betreuer, der in großer Sorge ist, dass sein Schützling wegen der ausgesetzten Mietzahlungen seine Wohnung verliert.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt dem 36-jährigen Altenstadter noch: Nach jahrelangen Absagen ist ihm nun doch ein Ausbildungsplatz als Koch in Herzogsägmühle zugesagt worden. Die Stelle kann er im Herbst antreten. Maik Rose hofft, dass er die kommenden Monate einigermaßen überbrücken kann und ihm zumindest die Miete wieder bezahlt wird, damit er seine Wohnung nicht verliert.

Was sagt das Jobcenter zum Fall Maik Rose? „Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir kein Statement geben“, teilte Agentursprecherin Sandra Perzul mit. „Das Jobcenter ist natürlich bemüht, seine Kunden entsprechend deren Qualifikation, der Leistungsfähigkeit und persönlichen Möglichkeiten schnell, passend und nachhaltig zu integrieren“, betont die Agentur-Sprecherin. Und sie ergänzt: Leider sei eine Integration jedoch nicht immer problemlos möglich.

Von Michael Gretschmann

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