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Blickten auf 40 Jahre Ver waltungsgemeinschaft Altenstadt zurück: Von links Max Waldmann (Schwabbruck), Siegfried Neumann (Schwabsoien), Guntram Vogelsgesang (Hohenfurch), Landrätin Andrea Jochner Weiß, Rainer Seidl (VG), Festredner Luitpold Braun, Sebastian Ostenrieder (VG), Albert Hadersbeck (Altenstadt) und der VG-Vorsitzende Xaver Fichtl (Ingenried).

40 Jahre VG Altenstadt

Paradebeispiel einer Verwaltung

Kompetent und bürgernah: Auf 40 Jahre Zusammenarbeit in ihrer Altenstadter Verwaltungsgemeinschaft (VG) haben jetzt die fünf Bürgermeister der Gemeinden, Mitarbeiter und Gäste zurückgeblickt. „Es ist eine Erfolgsgeschichte“, so der VG-Vorsitzende Xaver Fichtl.

Altenstadt – „1978: Die Fußball-WM fand in Argentinien statt, es gab drei Päpste, und die Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt wurde gegründet“: So addierte VG-Geschäftsstellenleiter Sebastian Ostenrieder bei seinem launigen Rückblick die Anfänge des kommunalen Verbundes zusammen. Es wurde noch auf mechanischen Schreibmaschinen getippt, und der Besitz einer elektrischen schien als „Schub für die Karriere“, als sich Altenstadt, Hohenfurch, Schwabbruck, Schwabsoien und Ingenried zusammenschlossen.

Kopiert wurde mit einem Matrizengerät, ein Klapphandy war Teil der „Raumschiff Enterprise“–Fiktion. „Man stand quasi noch mit dem Federkiel am Schreibtisch“, in Echtzeit sei damals noch gar nichts passiert, so Ostenrieder weiter. Auf der anderen Seite habe es aber beispielsweise noch eine genaue Definition von Innen- und Außenbereich – etwa bei Bauangelegenheiten – gegeben. Und manches andere Problem konnte bei einem Weißwurst-Frühstück unbürokratisch gelöst werden. Mit dem Einzug des Computers kamen nicht nur Erleichterungen, sondern auch „unsinnige Statistiken für noch unsinnigere statistische Erhebungen dazu“, so Ostenrieder weiter.

„Ihre Bürger können stolz auf ihre Verwaltung sein, sie ist ein Paradebeispiel“, fand Landrätin Andrea Jochner-Weiß lobende Worte vor den rund 70 Gästen, die sich zu dem Festakt in der Aula der Grundschule eingefunden hatte. Darunter aktive und ehemalige Mitarbeiter der Verwaltung sowie Gemeinderäte und Bürgermeister aus den Mitgliedsgemeinden Altenstadt, Hohenfurch, Ingenried, Schwabruck und Schwabsoien.

Das Besondere sei die Normalität für den Bürger der fünf Gemeinden mit unterschiedlicher Geschichte. Synergien würden genutzt und seien so die „ideale Basis für Kooperation über die Verwaltung hinaus“, so Jochner-Weiß.

„Wir können mit Zuversicht in die Zukunft blicken“, resümierte auch der Gemeinschaftsvorsitzende Xaver Fichtl. Vor allem die Großprojekte kämen allen Bürgern zugute, „die die einzelne Gemeinde nicht alleine finanzieren könnten“.

Derzeit arbeiten sechs Vollzeitkräfte, 14 in Teilzeit, ein freier Mitarbeiter und ein Azubi in den drei Abteilungen der Verwaltungs-Gemeinschaft. Fichtl ist der mittlerweile sechste Vorsitzende, vor ihm hatten den Posten Gregor Deschler, Hans Moser, Georg Thoma und Karl-Heinz Gerbl inne. Besondere posthume Würdigung erhielt die Aufbauarbeit von VG-Dienststellenleiter Günter Seelig, der dort 33 Jahre lang tätig war.

In ihrer „dienenden Funktion“ sei die Verwaltungs-Gemeinschaft aber keine „Übergemeinde“, so Fichtl. Sie ähnele vielmehr einem Zweckverband zur Erfüllung von Verwaltungsaufgaben. Vor allem nehme sie die vom Staat übertragenen Angelegenheiten wie etwa Pass-, Einwohner-, Standesamt, Steuer- und Sozialangelegenheiten wahr.

Den Festvortrag über die „geschichtliche Entwicklung der Gebietsreform“ hielt bei der Feier in Altenstadt Altlandrat Luitpold Braun. Beginnend bei Napoleon („der war an der Entwicklung Schuld“) über die Gebietsstruktur von Maximilian Graf Montgelas („der hat 1808 in einer wilden Aktion alles Bisherige außer Kraft gesetzt“) und dem königlichen Erlass von 1818 bis heute. Gälte die Verordnung noch von der Mitte des 19. Jahrhunderts, „wäre unser Landkreis der wohl schönste im ganzen Bundesgebiet“, schwärmte Braun etwas wehmütig: Linderhof, Ettal, Hohenschwangau, die Wies, die Basilika Altenstadt, Oberammergau und Vilgertshofen gehörten damals nämlich noch zusammen.

Myrjam C. Trunk

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