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Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten und scheinbar auch des göttlichen Lichtstrahls: Ruhestandspfarrer Siegfried Beyrer und seine Mitzelebranten in der Basilika in Altenstadt.

50-jähriges Priesterjubiläum von Siegfried Beyrer

„Diener“ in Rufweite

Vor 50 Jahren hat Siegfried Beyrer (77) die Priesterweihe erhalten. 16 Jahre war er Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt, Schwabbruck, Schwabsoien und Hohenfurch. Seit sechs Jahren ist er Pfarrer im Ruhestand, was für Beyrer bedeutet: „Pfarrer in Rufweite.“ Mit einem festlichen Gottesdienst, der „Missa in C“ von Johann Michael Haydn, und vielen Dankesworte ist dieses Jubiläum jetzt gewürdigt worden.

Altenstadt – Ein ehrliches Bekenntnis: „Nur mit Hilfe vieler freundschaftlich gesinnter Pfarrangehöriger und Mitverantwortlichen in den Pfarreien konnte ich die 50 Jahre durchhalten“, gestand Pfarrer Siegfried Beyrer im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem Jubiläum. Ihm, betonte er, sei dieser Satz des Heiligen Paulus immer wichtig gewesen: „Wir sind nicht Herren Eures Glaubens, sondern Diener zu Eurer Freude.“ So habe er 50 Jahre das sein können, was einst der Heilige Augustinus sagte: „Für Euch bin ich Priester und mit Euch Christ und Mensch.“ „Gott sei Dank“, fügte er an.

Siegried Beyrer ist in Sulzberg bei Kempten geboren, studierte in Dillingen und wurde in Oberstaufen am Fest Peter und Paul von Bischof Josef Stimpfle zum Priester geweiht. Seine Stationen als Seelsorger waren die Pfarrei St. Moritz in Augsburg („eine beängstigende Herausforderung“), St. Martin in Marktoberdorf und dann Pfarrer der Pfarreien-Gemeinschaft Bertoldshofen, Bernbach und Bidingen.

Im Jahr 1996 bewarb er sich für die Pfarrei in Altenstadt: „Trauen Sie sich in Ihrem Alter das noch zu?“, sei er dazu gefragt worden. Er traute es sich zu und blieb 16 Jahre Seelsorger der Pfarreien-Gemeinschaft.

In den 50 Jahren habe er statistisch gesehen eine Menge gearbeitet: 1500 Taufen, 750 Trauungen, 1400 Beerdigungen und rund 7500 Gottesdienste mit Predigt, hat er zusammengerechnet.

Bild aus der Vergangenheit: Pfarrer Siegfried Beyrer bei seiner Priesterweihe vor 50 Jahren.

Nachfolger Karl Klein erinnerte an seine erste Begegnung mit Siegfried Beyrer – und an dessen erste Frage: „Was wiegst denn Du?“ Klein hatte dazu nur kurz und knapp geantwortet: „Mehr als Du.“ Damit spannte Klein den Bogen, was im Leben Gewicht hat. Was bringe man in 50 Jahren auf die Waage? Stationen, kirchliche Feste, Projekte. Gewicht habe, was man für die Menschen getan habe. Beyrers Stärke sei stets ein offenes Herz: „Nichts, was Du getan hast, wird im Himmel vergessen werden.“

Anfangs, gestand Klein, habe er ein wenig Angst davor gehabt, „dass der Alte da bleibt“. Aber es sei gut gegangen. „Ich bin froh, dass Du da bist, und ich habe höchsten Respekt, dass Du trotz des hohen Alters noch immer für uns da bist.“ Wenn Beyrer mal vor Gott stehe, habe er etwas vorzuweisen.

Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck gratulierte namens seiner Bürgermeister-Kollegen Norbert Essich (Schwabbruck), Sigi Neumann (Schwabsoien) und Guntram Vogelsgesang (Hohenfurch). Hadersbeck erinnerte ebenfalls an das Wort des Heiligen Augustinus: „Für Euch bin ich Priester, mit Euch bin ich Christ.“ Mit diesem Wahlspruch sei Beyrer in den vergangenen Jahren ein Segen für die Gemeinden gewesen.

Der Reihe nach bedankten sich anschließend Pastoralreferentin Christiane Scheurer und die Vorsitzenden der Pfarreiengemeinschaft. Die Mitzelebranten waren Prälat Hans Frieß, Karl Klein, Karl Mayr und Lothar Winner. Der Chor und das kleine Orchester der Pfarrei St. Michael intonierten zu Beyrers Ehren die „Missa in C“ von Johann Michael Haydn und am Ende des Gottesdiensts das Halleluja aus dem Händel- Oratorium „Messias“. Gemeinsam sangen die Gottesdienstbesucher dann noch „Großer Gott, wir loben dich“.

von Walter Kindlmann

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