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Die Varianten für die Führung der Stromtrasse: Voraussichtlich wird jetzt die Bestandsleitung (blau) erneuert. In den grün umfassten Bereichen sollen noch Optimierungen erarbeitet werden.

Gemeinsame Lösung gescheitert

Streit um neue Stromtrasse: Warum Altenstadt der Verlierer ist

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Jahrelang wurde um den Verlauf der neuen Stromleitung zwischen Ingenried und Schongau gerungen. Jetzt zeichnet sich ab, dass die bestehende Trasse nur erneuert und in Teilbereichen „optimiert“ wird. Eine von der Gemeinde Schwabbruck geforderte Erdverkabelung ist gescheitert, die Gemeinde will sich nicht an den Mehrkosten beteiligen. Der Nachbar aus Altenstadt ist maßlos enttäuscht. Er ist der große Verlierer.

Schwabbruck/Altenstadt „Wir haben uns immer um ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis bemüht und versucht, Dinge gemeinsam durchzusetzen“, sagt Altenstadts Rathauschef Albert Hadersbeck mit Blick auf seine Gemeinde und den Nachbarn Schwabbruck. Von dem guten Verhältnis der beiden Partner in der Verwaltungsgemeinschaft ist nicht viel übrig geblieben. Der Grund ist die seit Jahren geplante Erneuerung der Stromtrasse zwischen Ingenried und Schongau, die durch beide Gemeinden verläuft. Die Suche nach einer gemeinsamen Lösung bei der Trassenführungen ist jetzt krachend gescheitert.

Bekanntlich läuft die Leitung derzeit zwischen Schwabsoien und Schwabbruck hindurch nach Altenstadt. Dort macht sie am westlichen Ortsrand einen Knick nacht rechts und verläuft weiter südwestlich bis nach Schongau.

Wie mehrfach berichtet, wollten die Lechwerke (LEW) die Freileitung ursprünglich weit nach Süden verlegen und an Schwabbruck und Altenstadt vorbei nach Schongau führen. Das scheiterte am Widerstand Schwabbrucks. Vor allem Bürgermeister Norbert Essich fürchtete um den freien Blick in die Alpen.

Essich schlug deshalb eine Erdverkabelung vor, die die LEW eingehend prüfte. Das Ergebnis: Sie käme rund 1,35 Millionen Euro teurer als die Erneuerung der bestehenden Freileitung. Die Mehrkosten müssten komplett von den betroffenen Kommunen getragen werden, weil der Stromversorger dafür seine Kunden nicht zur Kasse bitten darf.

Dem Vernehmen nach hat der Schwabbrucker Gemeinderat die Beteiligung in seiner jüngsten nicht öffentlicher Sitzung abgelehnt. „Man muss irgendwo Kompromisse machen“, sagt Bürgermeister Essich, der nicht bereit ist, „eine halbe Millionen Euro“ für die Erdverkabelung zu bezahlen. Er kann jetzt mit einer von den LEW noch auszuarbeitenden „Optimierung“ der bestehenden Trasse leben. So könnten etwa Strommasten in Teilbereichen von der Wohnbebauung abgerückt werden.

Die Gemeinde Altenstadt hätte sich dagegen gerne an den Mehrkosten beteiligt, wenn auch nicht in der genannten Höhe. Rathauschef Hadersbeck wollte nach eigenen Angaben weiter mit den LEW verhandeln und zunächst einmal 675 000 Euro anbieten. Seine Gemeinde hätte davon allein 375 000 Euro beigesteuert. Nach Meinung des Schwabbrucker Bürgermeisters wäre das aber ein aussichtsloses Unterfangen: Die LEW habe ganz deutlich erkennen lassen, „alles oder wir lassen es, das ist Fakt“, sagt Essich zur Übernahme der Mehrkosten. LEW-Sprecher Ingo Butters bestätigt das.

Über die Mehrkosten könne nicht verhandelt werden, macht er klar.

Altenstadt wollte sich beteiligen

So ist Altenstadt der große Verlierer. „Wir hätten uns das ganze Jahr sparen können“, klagt Hadersbeck. Ihn wurmt besonders, dass die bestehende Stromtrasse Altenstadt bei der Ortsentwicklung stark einschränkt, Baulandausweisungen sind kaum möglich. Die neue Leitung werde obendrein sechs bis sieben Meter höher als die alte. Auch Hadersbeck hofft jetzt auf Optimierungen seitens der LEW, denkbar sind seinen Angaben nach auch Teil-Erdverkabelungen. Die vom Gemeinderat freigegebenen 375 000 Euro könnten dafür genutzt werden.

„Maßlos enttäuscht“ ist Hadersbeck aber darüber, dass Schwabbruck die ursprünglich geplante oberirdische Südtrasse weiterhin kategorisch ablehnt. Diese hatte auch Schwabsoien immer favorisiert. „Wir waren für sie, aber sie ist kein Thema mehr“, bedauert Bürgermeister Siegfried Neumann.

Schwabbruck und Altenstadt werden jetzt getrennt voneinander Gespräche mit den LEW führen. „Wir sind sehr, sehr enttäuscht, dass Schwabbruck die gemeinsame Linie verlassen hat“, wiederholt Hadersbeck. Sein Kollege Essich hält dagegen: „Wir lassen uns doch nicht den Bergblick verbauen, damit Altenstadt ein Baugebiet ausweisen kann.“

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