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Einmarsch des Ehrenzuges und der Fahnenabordnungen zum Appell beim 19. „Tag der Fallschirmjäger“.

„Tag der Fallschirmjäger“ in Altenstadt

Fallschirmsprung-Lehrgänge: Mehr Bedarf als erwartet

Es war am vergangenen Donnerstag der 19. „Tag der Fallschirmjäger“ am Ausbildungsstützpunkt Luftlande/Lufttransport in Altenstadt. 600 Gäste waren Beweis dafür, welch hohes Ansehen sich der Stützpunkt als Mutterhaus und Dienstleister für die Fallschirmjägertruppe in den knapp vier Jahren nach Auflösung der Luftlande- und Lufttransportschule erarbeitet hat.

Altenstadt – Es war ein bordeauxroter Traditionstag mit aktiven und ehemaligen Angehörigen der Fallschirmjägertruppe. Mit dabei waren die Schulkommandeure Ernst Richtstein, Ferdinand Baur, Fritz Zwicknagl und Carsten Jahnel, Offiziere vorgesetzter Dienststellen, die Bürgermeister aus Altenstadt und Umgebung sowie Fahnenabordnungen etlicher Soldaten- und Veteranenvereine. Vor einem Jahr hat Oberstleutnant Udo Francke die Leitung des Stützpunktes übernommen. „Die Zeit ist gerast, es war nie langweilig“, sagte er.

Den „Tag der Fallschirmjäger“, so Francke, verstehe er als den Tag der Luftlandetruppe. Der Stützpunkt sei Dienstleister, der die Befähigung zur vertikalen Verbringung von Menschen und Material für die Truppe sicherzustellen habe.

Francke kritisierte in seiner Rede die nach der Umgliederung von der Luftlande- und Lufttransportschule in den Ausbildungsstützpunkt erfolgte Personalstärke für die Ausbildung. Da seien Bedarfszahlen herangezogen worden, die sich ganz schnell als zu gering herausgestellt hätten. Beispiel Fallschirmspringerlehrgang: „Da ging man von 450 pro Jahr aus.“ Im Jahr 2018 waren es aber bereits 573. Und für das Jahr 2020 seien Kapazitäten von 675 Lehrgangsteilnehmer vorgesehen. 734 ab dem Jahr 2021. Ohne Gastausbilder aus den Fallschirmjägertruppenteilen wäre es unmöglich gewesen, diese Ausbildungszahlen zu erbringen. Ähnlich ist es bei der Ausbildung von Freifallspringern: „Da steigt die Kapazität von 54 auf 162 im Jahr 2021.“

Thema Infrastruktur: Am großen Unterkunftsgebäude, in dem bis zu 140 Soldaten untergebracht werden könnten, habe sich noch immer nichts getan. Wie berichtet, hat das Amt für Denkmalschutz Bedenken geäußert. Es werde Zeit, so Francke, zusammen mit beteiligten Stellen den gordischen Knoten zu zerschlagen und endlich für die Modernisierung alle Weichen auf Grün zu stellen. Denn bislang seien die Lehrgangsteilnehmer auf Sechs- Mann-Stuben in zusammengestellten Wohncontainern untergebracht.

Als Lebensader des Ausbildungsstützpunktes bezeichnete Francke den Heeresflugplatz, der in zwei Phasen ausgebaut und ertüchtigt wird: Im nächsten Jahr wird der „Taxiway“ asphaltiert, 2021 die gesamte Start- und Landebahn. Für das Projekt „Windtunnel Altenstadt“ und den Schirmflugsimulator wurde zur Realisierung erneut ein Rüstungsprozess angestoßen.

Fester Bestandteil der Gesellschaft

Generalmajor Andreas Hannemann, Kommandeur der Division „Schnelle Kräfte“, nutzte die Gelegenheit beim „Tag der Fallschirmjäger“, allen Männern und Frauen des Stützpunktes für ihre hochmotivierte und professionelle Arbeit zu danken. „Sie stehen für den Erfolg.“

Für das Grußwort des Inspekteurs des Heeres war General a.D. Hans Werner Fritz zuständig, für das des Landkreises Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Für die Landrätin sei der Begriff „Bürger in Uniform“ nicht nur ein Wort. „Soldaten sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft.“ Sie lobte die guten Kontakte von Bundeswehr und Landkreis, die seit vielen Jahren gepflegt werden.

Das Musikkorps der Bundeswehr aus Ulm spielte schneidige Märsche, das Lied der Fallschirmjäger „Rot scheint die Sonne“ und zur Kranzniederlegung am Mahnmal der gefallenen Soldaten die Bayern- und die Nationalhymne. Pfarrerin Heike Ranke sprach das „Gebet für den Frieden“, „den wir uns wünschen“. Den im Einsatz verwundeten Soldaten wünschte sie Genesung an Leib und Seele.

VON WALTER KINDLMANN

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