+
Fallschirmjäger-Gedenken am Kriegerdenkmal in Altenstadt: Die beiden Oberstleutnante a.D. Gerd Thannemann und Manfred Stadter legten namens der Fallschirmjäger-Kameradschaft Altenstadt-Schongau einen Kranz nieder.

62. Fallschirmjäger-Gedenktag

Altenstadt gedenkt gefallener Soldaten

Beim jährlichen Gedenkgottesdienst in der Altenstadter Basilika wird der im Krieg gefallenen und vermissten Fallschirmjäger und Transportflieger der ehemaligen Wehrmacht, der gefallenen und verstorbenen Fallschirmjäger der Bundeswehr und der zivilen Mitarbeiter des Standortes Altenstadt gedacht. Es war jetzt die 62. Gedenkfeier seit 1957.

Altenstadt – „Die Toten verpflichten die Lebenden.“ An diese Mahnung aus der Römerzeit erinnerte General a.D. Hans-Werner Fritz jetzt beim Fallschirmjäger-Gedenktag in seiner Rede in der Basilika. Stehe man heute auf den Soldatenfriedhöfen vor den Gräbern der Gefallenen, werde der Sinn dieser Worte so klar wie je: „Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen, aber wir haben die Verpflichtung für das Jetzt und das Morgen, für uns selbst und die nachfolgenden Generationen.“

Der Präsident des Bundes Deutscher Fallschirmjäger sagte auch, man könne dies in zwei Schlagworte zusammenfassen, nämlich „Nie wieder und Versöhnung.“ Fritz ist überzeugt davon, dass beide Gedanken bei allen ehemaligen kriegsführenden Nationen angekommen sind.

Die Soldaten der Bundeswehr – und damit wiederum die Fallschirmjäger – stehen seit über 25 Jahren in Einsätzen rund um den Globus. Sie haben dabei Verluste an Toten und Verwundeten, vor allem in Afghanistan, erlitten. General Fritz sagte, er könne aus eigener Erfahrung sagen, dass von den Soldaten, die in Afghanistan unter seinem Kommando gefallen sind, egal welche Nation, keiner dieser jungen Männer sterben wollte. „Sie wollten alle leben, nahmen die Gefahr des Todes aber als ständigen Begleiter tapfer auf sich. Der Tod jedes Einzelnen von ihnen ist eine Tragödie, auch und besonders für seine Angehörigen.“

Der General forderte die Basilika-Besucher auf, der gefallenen Soldaten aller Generationen und Nationen zu gedenken. „Für diejenigen Soldaten der Bundeswehr, die zur Zeit in den Einsätzen sind, bitten wir Gott um eine gute und glückliche Heimkehr.“

Pfarrer Gerhard Schmid indes sagte in seiner Predigt, er sei den Menschen dankbar, die immer wieder das Gedächtnis an die Gefallenen Soldaten aller Nationen hochhalten. Der Ruhestandspfarrer aus Peißenberg sagte, er persönlich verlasse sich darauf, was Jesus gesagt habe: „Das Leben nach dem Tod ist wie ein Samenkorn.“ Schmid sehe das so: Ein Samen in der Erde vergehe, und ein neues Leben entstehe.

Ehemalige Offiziere, darunter die beiden ehemaligen Kommandeure der LL/LTS, Ernst Richstein und Ulrich Quante, Unteroffiziere, 16 Fallschirmjäger-Kameradschaften aus dem Oberallgäu bis München und Abordnungen der Soldaten- und Veteranenvereine aus dem Landkreis, haben an der Gedenkfeier in Altenstadt teilgenommen. Die Anzahl aktiver Offiziere und Unteroffiziere sowie die der Bürger aus Altenstadt war indes überschaubar.

Kameradschaftsleiter Oberstleutnant a.D. Gerd Thannemann und Oberstleutnant a.D. Manfred Stadter, legten am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Die Hohenpeißenberger Jugendkapelle „Wonder-Brass“, die zuvor schon den Gottesdienst musikalisch gestaltet hatte, intonierte dazu den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Ich hatte einen Kameraden“ und „Rot scheint die Sonne“ sowie die Bayern- und die Nationalhymne.

VON WALTER KINDLMANN

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?
Weil die bestehenden Hochspannungsleitungen in der Region in die Jahre gekommen sind, werden diese sukzessive erneuert. Die LEW Verteilnetz GmbH will die Gelegenheit …
Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?
Zum Jubiläum gemeinsam gegen den Trend
Zahlreiche Ehrengäste, jede Menge Grußworte und den Landkreis-Löwen in Porzellan als Gastgeschenk. Ein launiges Fest zum 100. Geburtstag feierte die Schongauer SPD am …
Zum Jubiläum gemeinsam gegen den Trend
Neue Faschingsregenten in Hohenfurch vorgestellt: Nur der Prinz war eine harte Nuss
Manege frei und los geht´s. Die Rakete der ausgelassenen Narren kann gezündet werden, die Lunte für die kommende Faschingssaison brennt. Das neue Prinzenpaar in …
Neue Faschingsregenten in Hohenfurch vorgestellt: Nur der Prinz war eine harte Nuss
Eine ,Lady’ und ein ,Sir’ auf Schongaus Thron
Schongaus neues Prinzenpaar ist sowas von Schongau. Zur Premiere des Inthronisationsballes in der Lechsporthalle vor Riesen-Publikum setzt die Schongauer …
Eine ,Lady’ und ein ,Sir’ auf Schongaus Thron

Kommentare