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In Zukunft wird es deutlich besser: Die Stromtrasse (blaue Linie) wird innerhalb des grün umkreisten Gebiets von der Bebauung in Altenstadt abrücken und auf einem Großteil der Strecke unterirdisch verlegt.

110-kV-Stromleitung

Teuer erkauftes Happy-End im Trassen-Streit: Altenstadt zahlt halbe Million für Erdkabel

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Im Streit um die Erneuerung der 110-kV-Stromleitung zwischen Ingenried und Schongau zeichnet sich für Altenstadt ein Happy-End ab.  Eine halbe Millionen Euro will das Rathaus auf den Tisch legen, damit die Leitung südlich von Altenstadt in der Erde verschwindet.

Altenstadt – Im Streit um die Erneuerung der 110-kV-Stromleitung zwischen Ingenried und Schongau zeichnet sich für Altenstadt ein Happy-End ab. Die Gemeinde muss dafür allerdings tief in die Tasche greifen: Eine halbe Millionen Euro will das Rathaus auf den Tisch legen, damit die Leitung südlich von Altenstadt in der Erde verschwindet. Im Westen rückt die oberirdische Trasse immerhin so weit von der Bebauung ab, dass reichlich Platz für die Ortsentwicklung bleibt.

Bürgermeister Albert Hadersbeck wird in der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag (Beginn: 19.30 Uhr) erstmals das Ergebnis seiner monatelangen Verhandlungen und Gespräche mit den Lechwerken (LEW) und den Grundstücksbesitzern öffentlich vorstellen. Die waren bekanntlich notwendig geworden, weil sich die Gemeinden Schwabbruck, Schwabsoien und Altenstadt auf keine gemeinsame Lösung einigen konnten. Vor allem die Schwabbrucker standen in der Kritik, weil sie eine neue oberirdische Trassenführung ganz im Süden der Gemeinde kategorisch ablehnten. Der freie Alpenblick war ihnen heilig. Eine Erdkabellösung im Süden Schwabbrucks scheiterte an Mehrkosten, die Schwabbruck und Schwabsoien nicht mittragen wollten.

Bürgermeister: „Eine Lösung für die nächsten 100 Jahre.“

Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt, und Albert Hadersbeck ist erleichtert. „Wir haben mit den Gründstücksbesitzern gesprochen, alle sind informiert, es sieht sehr positiv aus“, sagt der Altenstadter Rathauschef. Seinen Angaben nach soll die neue von Schwabbruck kommende Stromtrasse bei Altenstadt deutlich früher einen Knick nach Süden machen als die alte Freileitung und so von der Bebauung abrücken. Auf gut der Hälfte der Strecke auf Altenstadter Flur werden die Kabel außerdem unterirdisch verlegt. Die dafür fälligen Mehrkosten muss die Gemeinde zahlen. Rund 500 000 Euro werden die Lechwerke in Rechnung stellen. Zum Vergleich: 370 000 Euro hätte Altenstadt zahlen müssen, wäre es zu einer gemeinsamen Erdkabellösung der drei Gemeinden gekommen. Jetzt muss die Kommune also nochmal 130 000 Euro auf das Geld drauflegen, das der Gemeinderat bereits freigegeben hat. Der Bürgermeister sieht es aber gut angelegt: „Das ist eine Lösung für die nächsten 100 Jahre.“

Lechwerke bietet Sprechstunde für die Bürger

Die Details der neuen Lösung und den ungefähren Zeitplan des Vorhabens will Hadersbeck in der Sitzung am Dienstag vorstellen. Die Lechwerke wollten dem Bürgermeister am Freitag nicht vorgreifen und äußerten sich noch nicht zum aktuellen Planungsstand. Sie verweisen auf eine Bürgersprechstunde im Rathaus am Montag, 23. September, von 16 bis 20 Uhr. Wie bereits in Schwabbruck und Schwabsoien werden die Experten dann auch über den aktuellen Planungsstand in Altenstadt informieren, Hinweise und Vorschläge aufnehmen und Fragen im persönlichen Gespräch beantworten, heißt es. Um Anmeldungen wird gebeten.

Anmeldungen:

Anmeldungen für die Bürgersprechstunde nehmen die Lechwerke per E-Mail an netzausbau@lew.de oder telefonisch unter 0821/3281651 entgegen.

Lesen Sie auch:

Schwabsoien stimmt neuer Trasse zähneknirschend zu und liest dem Nachbarn Schwabbruck die Leviten.

Das Hauen und Stechen um den Verlauf der zu erneuernden 110-kV-Leitung zwischen Ingenried und Schongau geht in die nächste Runde. Die Gemeinde Schwabsoien ist empört über die jüngste Planung der Lechwerke (LEW) und lehnt sie ab. In Schwabbruck ist man verwundert.

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