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So stellt sich das Staatliche Bauamt einen möglichen neuen Anschluss vor: Das Linksabbiegen wäre dann Geschichte, der Unfallschwerpunkt entschärft. Die Grundstücksverhandlungen stehen allerdings noch an.

Mehrere Menschen verletzt

Nach zahlreichen Unfällen: Staatliches Bauamt will B 17-Anschlussstelle Altenstadt entschärfen

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Trotz Tempolimits, neuen Markierungen und aufgestellten Stoppschildern fürchten Autofahrer nach wie vor die B17-Anschlussstelle Altenstadt. Innerhalb von zehn Tagen hatte es zuletzt schon wieder zweimal gekracht. Sechs Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Zum Glück gibt es einen Lichtblick.

Schongau/Altenstadt– Markus Fichtl hat Angst um seine Frau und die Familie, wenn er an die B 17 denkt. Vor gut zwei Wochen war die Hohenfurcherin mit dem alten BMW der Familie auf der Bundesstraße unterwegs; glücklicherweise war sie allein im Auto. Die 42-Jährige fuhr in Richtung Schongau und hielt sich an das neue Tempolimit. Die vorgeschriebenen 70 Stundenkilometer gelten seit den schweren Unfällen Anfang des Jahres vor und an der Anschlussstelle Altenstadt.

Dennoch passierte es jetzt schon wieder: Just in dem Moment, als die Mutter die Abfahrt passieren wollte, bog ein anderer BMW nach links in die B 17 ein. Die 42-Jährige hatte keine Chance. Ihr BMW krachte mit voller Wucht in den anderen. Der Unfallverursacher wurde leicht verletzt, die Hohenfurcherin schwer, hieß es im Polizeibericht. Zum Glück waren es letztlich doch nur Prellungen. Schmerzen hat die Frau aber noch immer, weiß ihr Mann. Das 19 Jahre alte Auto hat nur noch Schrottwert.

Der 48-jährige Schreiner setzt sich jetzt dafür ein, dass der Unfallschwerpunkt weiter entschärft wird. Sechsmal habe es in diesem Jahr an der Anschlussstelle schon gekracht, zählt er auf. Mehrere Menschen wurden erheblich verletzt. „Und trotzdem reagiert man nicht“, schimpft der Familienvater.

Polizei sagt, dass die Unfallzahlen reduziert wurden

Immerhin: Nach einer Verkehrsschau der Behörden war im Frühjahr das Tempolimit in Richtung Süden angeordnet worden. Die Anschlussstelle bekam neue Markierungen, Stopp-Schilder wurden aufgestellt. Für Fichtl ist das aber zu wenig. „Es ist, wie wenn jemand in ein Loch fällt und man deckt es einfach nicht ab.“

Der Unfall vor gut zwei Wochen: In dem vorderen Wagen saß die Frau von Markus Fichtl.

Bei der Polizei sieht man das anders: „Die Unfallzahlen sind reduziert worden“, betont Polizeihauptkommissar Klaus Riedl. Eine von Fichtl vorgeschlagene Sofortmaßnahme, das Tempolimit weiter auf 50 Stundenkilometer zu reduzieren, würde das Unfallrisiko nach Meinung des Polizisten nicht minimieren. „Dann kann man noch ungehemmter abbiegen“, befürchtet Riedl. „Das suggeriert eine falsche Sicherheit.“

Die vergangenen Unfälle beim Linksabbiegen sind dem Polizeihauptkommissar zufolge alle auf menschliches Versagen zurückzuführen. Man könne an der Stelle weit in Richtung Norden schauen, „übersichtlicher geht es nicht“, wundert sich Riedl. Dennoch sei „eine bauliche Lösung“ angedacht, weiß der Verkehrsexperte der Schongauer Inspektion. Sie komme aber nicht „in Bälde“.

In den nächsten zwei Jahren soll die Auffahrt entschärft werden

Wenn alles glatt läuft, könnte die Lösung aber immerhin schon in den kommenden zwei Jahren realisiert werden, heißt es vom Staatlichen Bauamt in Weilheim. Die Behörde will östlich der Bundesstraße das gleiche herstellen, was auf der Westseite schon existiert: einen Kreisverkehr samt Anschluss an die B 17. Die Kreisel im Osten und Westen wären über die Franz-Josef-Strauß-Straße verbunden, das Linksabbiegen auf und von der B17 nicht mehr notwendig.

Im Frühjahr hieß es noch, dass das Projekt nicht mit Nachdruck verfolgt werde. „Wir haben wichtigere Projekte und Unfallschwerpunkte“, erklärte Sachgebietsleiter Andreas Lenker damals. Sein Kollege Alois Stapf ließ nun wissen, dass man noch heuer auf die Grundstückseigentümer zugehen wolle. Ein paar 1000 Quadratmeter Grund würden benötigt. Mit den jüngsten Unfällen hat der Schritt laut Stapf aber nicht direkt zu tun: „Das war sowieso auf unserem Plan.“

Bis gebaut wird, schließt das Staatliche Bauamt auch weitere Maßnahmen an der bestehenden Anschlussstelle nicht aus. Stapf geht davon aus, dass es nach den jüngsten Unfällen zunächst erneut eine Verkehrsschau von Polizei, Landratsamt und Staatlichem Bauamt geben wird.

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