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Mit der Maschine M28 Skytruck wird seit 2017 in Altenstadt bei der Ausbildung die Lücke geschlossen, die die auslaufende Transall hinterlässt. 

Nach Strafanzeige

Flugzeug-Anmietung: Staatsanwaltschaft lehnt Ermittlungen gegen Bundeswehr ab

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Die Strafanzeige gegen Angehörige der Bundeswehr in Altenstadt hat sich erledigt. Die Staatsanwaltschaft in Bonn weist die Vorwürfe eines Oberstleutnants der Reserve zurück. Der hatte unter anderem behauptet, dass Flugzeuge für die Fallschirmspringer zu teuer angemietet worden sein sollen.

Altenstadt – Es waren harte Vorwürfe, die der in Montabaur lebende Oberstleutnant der Reserve, Michael-A. Leutner, gegen die Bundeswehr erhoben hatte. Die in Altenstadt stationieren zwei Maschinen des Typs M28 waren seiner Meinung nach zu teuer angemietet worden. Obendrein habe man ein europäisches Vergabeverfahren umgangen, behauptete der 57-Jährige, der nach eigenen Angaben beruflich als „lizenzierter US-amerikanischer Wirtschaftsprüfer“ unterwegs ist und auch Betrugsuntersuchungen vornimmt. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärte er, dass die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen für die Maschinen „von hinten bis vorne gefälscht“ seien und betonte, seine Vorwürfe zu 100 Prozent belegen zu können. In einem Magazinbericht war von einem jährlichen Millionenschaden die Rede.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Bonn hatte sich in den vergangenen drei Monaten viel Zeit genommen, die 45 Seiten starke Strafanzeige zu prüfen. Auch aus dem Verteidigungsministerium hieß es, dass „das Anliegen von allen befassten Stellen sehr ernst“ genommen werde. Gestern erklärte der Sprecher die Staatsanwaltschaft nun auf Anfrage, dass es keine Ermittlungen gegen die Bundeswehr geben wird. „Wir sind nicht bereit, ins Blaue hinein zu ermitteln“, bekräftigte Sprecher Sebastian Buß seine Einschätzung im März. Die Juristen in Bonn hatten damals schon die erste Anzeige des Oberstleutnants der Reserve gegen die Bundeswehr zurückgewiesen. Der schickte daraufhin ein zweite Strafanzeige hinterher, der er mehr Fakten hinzugefügt haben wollte. Die erste Anzeige habe sich etwas angehört „wie ein Kriminalroman“, räumte der 57-Jährige damals ein.

Oberstleutnant der Reserve beißt bei Deutscher Justiz auf Granit

Doch auch mit seinem zweiten Manuskript biss der US-amerikanische Wirtschaftsprüfer bei der deutschen Justiz auf Granit. Es gebe nichts, was einen Einstieg in Ermittlungen rechtfertigen würde, sagt Staatsanwalt Buß. Der Tatverdacht des Anzeigenstellers sei mit nichts Greifbarem gefüttert. Zu dem europäischen Vergabeverfahren, das der Oberstleutnant der Reserve umgangen gesehen haben will, erklärt Buß dass es bei bestimmten Firmen Alleinstellungsmerkmale gebe.

Flugzeuge sind Ersatz für die Transall

Wie mehrfach berichtet, hat die Bundeswehr in Altenstadt die Maschinen des Typs M28 Skytruck für ihre Springer angemietet, weil die Transall nicht mehr so oft verfügbar ist. Der neue Militär-Airbus A400M setzt bei Altenstadt derzeit keine Fallschirmjäger ab, weil er nach wie vor noch nicht für den automatischen Sprungdienst freigegeben ist, der in geringen Höhen unabdingbar ist.

Die beiden M28 füllen nach Ansicht der Bundeswehrangehörigen in Altenstadt die Lücke vor Ort recht gut. Sie sind flexibel einsetzbar und sind dank ihres robusten Fahrwerks in der Lage, auch auf Gras zu landen. Sie können mehrmals täglich abheben und Fallschirmspringer absetzen. Ein vollwertiger Ersatz für die Transall sind sie aber trotzdem nicht: Deswegen sei es Ziel, dass bei der Ausbildung jeder einmal aus der Transall springe, erläuterte jüngst der Presseoffizier des Stützpunkts, Christoph Hartung.

Ausbildungsstützpunkt mit langer Tradition

Der Ausbildungsstützpunkt Luftlande/Lufttransport war 2016 aus der ehemaligen Luftlande- und Lufttransportschule hervorgegangen. Seit 1956 sind mehr als 140 000 Fallschirmspringer der Bundeswehr, alliierter Streitkräfte sowie der Bundespolizei (GSG 9) in Altenstadt ausgebildet worden.

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