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Abschied nach knapp drei Jahren: Robert Badstübner hat viel bewegt in Altenstadt und viel zum positiven Image der Bundeswehr beigetragen.

Am Freitag ist Kommandoübergabe 

Kommandeur mit Herz verlässt die Kaserne Altenstadt

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Ära von Oberstleutnant Robert Badstübner als Standortältester in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt endet am morgigen Freitag, 10. Juli. Der 40-Jährige übergibt das Kommando des Feldwebel- und Unteroffiziersausbildungsbataillons 3 an seinen Nachfolger Sven Tillery. Der scheidende Kommandeur hat in Altenstadt viel bewegt. Und das nicht nur in der Kaserne.

Altenstadt – Sein Vorgänger Roland Pietzsch hatte Robert Badstübner bei der Stabübergabe im Oktober 2018 mit auf den Weg gegeben, dass er mit der Führung des Bataillons in Altenstadt „eine der schönsten Verwendungen bekommt, die die Streitkräfte zu vergeben haben“. 

Rückblickend widerspricht ihm Nachfolger Badstübner mit Sicherheit nicht. Der Oberstleutnant kommt aus dem Schwärmen gar nicht heraus, wenn er über seine knapp drei Jahre in Altenstadt spricht, die für ihn etwas ganz besonderes gewesen seien.

Vor allem hat den gebürtigen Sachsen beeindruckt, wie tief die Bundeswehr in Altenstadt und Umgebung verwurzelt ist. Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Albert Hadersbeck und auch dessen Nachfolger Andreas Kögl sei „super“, betont Badstübner. Aber auch die anderen Rathauschefs in den umliegenden Kommunen lobt der Kommandeur über den Klee. 

Abschied nach knapp drei Jahren: Robert Badstübner hat viel bewegt in Altenstadt und viel zum positiven Image der Bundeswehr beigetragen.

Und weil die Soldaten dort überall so willkommen sind, hat Badstübner dafür gesorgt, dass die Bevölkerung sie häufiger zu Gesicht bekommt. „Es war schlussendlich mein Ziel, die Bundeswehr zurück in die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt der Oberstleutnant. Deshalb war es unter seiner Ägide nicht die Ausnahme, dass die jungen Frauen und Männer außerhalb des Kasernengeländes vereidigt werden, sondern die Regel.

Sieben Gelöbnisse sind in den drei Jahren zusammengekommen. Unter anderem in Bernbeuren, Ingenried, Altenstadt und sogar im Fackelschein am Fuß von Schloss Neuschwanstein.

Offene Vereidigungen als Wertschätzung

Besonders öffentlichkeitswirksam waren ebenfalls die beiden Gelöbnisse auf dem Schongauer Marienplatz im Mai 2017 und April 2019, bei denen Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Rathauschef Falk Sluyterman zusammen mit dem Kommandeur die Parade abliefen.

Badstübner sieht die öffentlichen Vereidigungen aber auch als Wertschätzung für die vielen Angehörigen der Soldaten, „die oft 1000 Kilometer anreisen“, um dabei sein zu können.

Ausbildungsbataillon stand still

Ein weiteres spektakuläres Gelöbnis hätte der 40-Jährige gerne noch mit allen erlebt: auf dem Hohen Peißenberg. Gedanklich habe er die Örtlichkeiten nicht nur einmal ausgemessen, so Badstübner, dem Corona einen dicken Strich durch die Rechnung machte.

Von Mitte März bis Ende April stand das Ausbildungsbataillon still, bevor alles behutsam wieder hochgefahren werden konnte. Und wegen Covid 19 musste der Kommandeur zuletzt auch mit seiner Regel brechen: Die jüngste Vereidigung mit dem Appell von 122 Soldaten fand nicht in der Öffentlichkeit statt, sondern auf dem Appellplatz im Innenhof der Kaserne (wir berichteten).

Harmonische Zusammenarbeit

Mit der springenden Zunft in Altenstadt und dem Leiter des Ausbildungsstützpunktes Luftlande/Lufttransport (Udo Francke), die bekanntlich mit dem Ausbildungsbataillon Tür an Tür lebt, gibt es Badstübner zufolge eine sehr harmonische Zusammenarbeit. „Wir unterstützen uns mit Personal, zum Beispiel am Tag der Fallschirmspringer.“ 

Die Fallschirmspringer wiederum stellen bei den Vereidigungen einen Ehrenzug und begleiten die Vereidigungsappelle mit Sprüngen. „Es ist ein positives Miteinander“, drückt es der Standortälteste aus.

Badstübner hat viel bewegt in Altenstadt. Er hat erfolgreich die Unteroffiziers- und Feldwebelausbildung umgestellt und auch Änderungen in der Grundausbildung umgesetzt. Dennoch maßt sich der 40-Jährige nicht an, selbst über seine Führungsqualitäten zu urteilen. „Das müssen andere tun“, sagt er. 

Abschließender Dank an seine Soldaten

Am wichtigsten ist dem Oberstleutnant der abschließende Dank an seine Soldaten, die es vor allem in der Corona-Zeit nicht leicht hatten. Im Schnitt sind es 500 Frauen und Männer, 170 gehören zum Stammpersonal. „Es war eine sehr, sehr spannende Zeit“, so Badstübner.

Nach der Übergabe an seinen Nachfolger Oberstleutnant Sven Tillery am 10. Juli wird der 40-Jährige die Kaserne verlassen und sich dort „nach gutem Brauch ein Jahr nicht blicken lassen“, erläutert der Oberstleutnant das ungeschriebene Gesetz. Es sei Sitte, dass man dem Neuen seine Freiheit lasse. Ans Herz legen will Badstübner Tillery aber, an den öffentlichen Vereidigungsappellen festzuhalten.

Tillery kommt aus dem Stab der 10. Panzerdivision aus dem bayerischen Veitshöchheim.

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