+
Die Oberland Rallye sehen die Motorsportfreunde in Altenstadt als ein Aushängeschild für den Ort.

Bürger fühlt sich von Lärm gestört

Anwohner will Oberland Rallye verhindern

  • schließen

Ein Anwohner in Altenstadt läuft Sturm gegen die ADAC Oberland Rallye. Der Bürger klagt über frühmorgendliche Lärmbelästigungen im Ort und kündigt sogar rechtliche Schritte gegen die Veranstaltung an, die er in Zukunft komplett verhindern möchte. Die Gemeinde nimmt die Vorwürfe ernst, der Veranstalter bedauert sie.

Altenstadt– „Ein Wecker ist dieses Wochenende nicht mehr nötig, da uns ab 7 Uhr brüllendes Motorengeräusch aus dem Schlaf reißt“, klagt der Altenstadter Thomas Voss über die angeblichen Begleiterscheinungen der ADAC Oberland Rallye am vergangenen Samstag. Der Anwohner der Alten Bahnhofstraße in Altenstadt vermutet, dass es der Tatsache geschuldet sein möge, dass die teilnehmenden Fahrzeuge „nach ihrem Boxenstopp im Gewerbegebiet“ quer durch Altenstadt fahren. „Ob es dabei notwendig ist, dass die Fahrer ihre Testosteron-Überschüsse durch aggressives Wippen auf dem Gaspedal und anschließendes Vollgas inmitten eines Wohngebietes abbauen müssen“, scheint ihm dagegen fraglich.

Als „persönliche Anmerkung“ fügt der Anwohner in seinem offenen Brief an Bürgermeister und Gemeinderat hinzu, dass eine Veranstaltung wie die Oberland Rallye in Zeiten von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge und „ökologischer Endzeitstimmung“ aus der Zeit gefallen erscheine und „geradezu grotesk“ sei. „Wieso eine fortschrittliche Gemeinde wie Altenstadt hier nicht längst einen Riegel vorgeschoben hat, bliebt mir schleierhaft“, schreibt Voss.

Die Kritik lässt Bürgermeister Albert Hadersbeck so allein nicht stehen. Am Motorsport würden sich die Geister scheiden, aber dann müsse man auch Fußballspiele verbieten, zu denen die Zuschauer zu tausenden mit den Autos kommen, argumentiert der Rathauschef. „Da kann man dann alles in Frage stellen“, meint Hadersbeck. Der Bürgermeister macht aber klar, dass er die Beschwerde des Anwohners sehr ernst nehme und nicht, wie von dem Bürger erwartet, mit einem „müden Lächeln“ quittiert. Er werde Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen, kündigt Hadersbeck an. Die Bevölkerung müsse möglichst wenig belästigt werden.

Veranstalter Oliver Ahl vom MSC Altenstadt bedauert die Beschwerde. Auf Anfrage betont er, dass in der Ortschaft keine Rennen gefahren werden. Die Autos sind dort demnach nur auf dem Weg zur technischen Abnahme unterwegs. Die Fahrzeuge seien zwar teilweise „ein bisschen lauter“, räumt Ahl ein, sie würden sich aber innerhalb des erlaubten Rahmens bewegen. Alle hätten TÜV und kämen vor den Rallys zur technischen Abnahme.

Laut Ahl werden die Teilnehmer auch dazu ermahnt, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen. Dass „vielleicht der eine oder andere etwas übermütig war“, kann er allerdings nicht ausschließen. „Wir sind bemüht, so unauffällig zu sein wie möglich“, versichert der Veranstalter. In den vergangenen Jahren habe es nie Probleme gegeben.

Die Oberland Rallye wird nach Angaben des MSC-Vorstandsmitglieds schon seit 23 Jahren organisiert. Altenstadt sei immer Dreh- und Angelpunkt und mittlerweile „in Motorsportkreisen europaweit bekannt“, so Ahl. Woher genau die Lärmbelästigungen am vergangenen Samstag herrührten, kann er nur vermuten. Gestartet wurde ab 12 Uhr, die Abnahmen der Fahrzeuge begann dagegen schon um 7 Uhr morgens.

Wie in dieser Woche im Lokalsport berichtet, hatte Hans Oberbauer vom Organisationsteam nach den Rallyes noch „Null Probleme“ gemeldete: Auf der neuen Strecke in Peiting seien die Anlieger sogar erfreut gewesen, „dass wieder mal etwas los war“, erklärte er. Die Teilnehmer seien „sehr diszipliniert“ gewesen. Und für das nächste Mal wird demnach sogar daran gedacht, „die Veranstaltung etwas größer aufzuziehen und mehr Sponsoren zu gewinnen“.

Anwohner Voss dürfte das nicht gerade erfreuen. In seinem offenen Brief kündigt er sogar an, „dass ich für die kommende Veranstaltung rechtliche Schritte einleiten und eine gerichtliche Verfügung erwirken werde, damit diese absurde Veranstaltung endgültig als Relikt einer ignoranten und ökologisch vollkommen unaufgeklärten Gesellschaft der Vergangenheit angehört“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lourdes-Grotte: Auftrag für Sanierung vergeben
Die Sanierung der Wildsteiger Lourdes-Grotte kann endlich starten. Der Gemeinderat vergab jetzt den Auftrag an eine Fachfirma. Der Kran steht schon. Das Projekt wird …
Lourdes-Grotte: Auftrag für Sanierung vergeben
Unglaublicher Zufall könnte Leukämie-Kranken retten: „Das ist mehr als ein Sechser im Lotto“
Bewegender Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft: Bei einer Typisierungsaktion im November in Böbing haben sich 638 Menschen typisieren lassen. Das Hoffen und Bangen der …
Unglaublicher Zufall könnte Leukämie-Kranken retten: „Das ist mehr als ein Sechser im Lotto“
Viel Geld für Bernbeurens Wasserversorgung
Die rund 30 Jahre alte Trinkwasserversorgung Bernbeurens muss dringend überholt werden. Deshalb hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, das Projekt mit Kosten in Höhe von …
Viel Geld für Bernbeurens Wasserversorgung
FDP im „Chancenjahr 2019“
Ob Frauenstammtisch oder Umfahrung Weilheim: Für die Kreis-FDP ist 2019 das „Chancenjahr“ schlechthin. Darin war sich die Partei beim Neujahrsempfang einig.
FDP im „Chancenjahr 2019“

Kommentare