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Hier am Parkplatz auf der Nordseite des Netto-Supermarktes in Altenstadt ist Waltraud Strommer ausgerutscht und hat sich dabei schwer verletzt. 

Ausrutscher mit Folgen vor dem Einkaufsmarkt

Kampf um Schmerzensgeld zieht sich hin für Altenstadterin

Mit Schrecken denkt Waltraud Strommer an den Rosenmontag 2016 zurück. Da ist sie auf dem Netto-Parkplatz in Altenstadt ausgerutscht und hat sich einen doppelten Beckenbruch zugezogen. Die Verletzungen sind zwar ausgestanden, aber nicht der Kampf um Schadensersatz und Schmerzensgeld. Denn die Versicherungen weigern sich zu zahlen.

Altenstadt – „Der Räum- und Streupflicht ist in diesem Fall nicht richtig nachgekommen worden“, sagt Waltraud Strommer. Es war der 8. Februar 2016. Die inzwischen 65-jährige Altenstadterin war an jenem Tag beim Einkaufen im Netto-Markt. Als sie zu ihrem Auto auf dem Parkplatz neben dem Einkaufsmarkt zurückkehrte, sind ihr auf einer glatten Stelle die Füße weggerutscht. Waltraud Strommer knallte seitlich auf den Boden und hatte schlimme Schmerzen.

„Dass es eine Eisplatte war, zeigt schon der Umstand, dass anschließend vom Personal des Netto-Marktes ein Kübel Salz gestreut wurde“, erinnert sich die Altenstadterin. Sie konnte zwar noch nach Hause fahren, aber wegen der starken Schmerzen musste sie sich am nächsten Tag (Faschingsdienstag) ins Krankenhaus begeben. Dort wurde der doppelte Beckenbruch festgestellt.

„Ich war zehn Wochen auf fremde Hilfe angewiesen und konnte nur auf Krücken gehen“, schildert Waltraud Strommer ihren Leidensweg. Seitens des Netto-Marktes sei keine Entschuldigung erfolgt. Am 13. April 2016 hat die Altenstadterin eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, ihre Interessen zu vertreten.

„Nun beginnt ein Versicherungs-Hickhack“, berichtet Waltraud Strommer. Monatelang ging es hin und her, ohne dass sich eine Lösung abzeichnete.

Eine Haftpflichtversicherung teilte mit, dass noch weitere Ermittlungen durchzuführen seien, kündigte aber gleichzeitig an, dass sie die von der Anwaltskanzlei geäußerte Rechtsauffassung, der Versicherungsnehmer hafte auch bei einer vertraglichen Übertragung der Räum- und Streupflicht auf eine Firma, nicht teile.

Eine andere Versicherung schreibt, dass sie überprüft habe, ob die Schadensersatzforderung begründet sei. „Dabei hat sich ergeben, dass dies nicht der Fall ist,“ teilte ein Sprecher der Allianz mit. Ihr Versicherungsnehmer habe die Ursache des Schadensfalles nicht zu vertreten. Er habe weder die ihm obliegende Verkehrssicherungspflicht verletzt, noch könne ihm ein sonstiges schuldhaftes Tun oder Unterlassen vorgeworfen werden.

Weiter schreibt die Versicherung, dass am Unfalltag ein milder Wintertag gewesen sei. Die Lufttemperaturen hätten zwischen null und zwölf Grad gelegen, Niederschläge (leichter Regen) seien erst zwischen 18 und 24 Uhr aufgetreten. „Es lag kein Schnee, eine Notwendigkeit für Räum- und Streumaßnahmen bestand daher nicht“, teilt die Allianz mit und bittet um Verständnis, dass Ersatzansprüche deshalb nicht anerkannt werden könnten.

„Wir fordern ja keine Unsummen“, sagt Waltraud Strommer. Ihre unfallbedingt erlittenen und attestierten Verletzungen rechtfertigen gemäß Schmerzengeldtabelle ein Schmerzensgeld in Höhe von 3750 Euro. Ob und wann sie dies bekommt, das steht in den Sternen. Eine Einigung in diesem Versicherungsstreit ist noch nicht in Sicht.

Michael Gretschmann

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