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Ein Bild von der Eröffnung der „Ausstellung für alles“ (Afa) im Altenstadter Schlachthauskeller mit „Hausherr“ Wolfram Kulot (Mitte, mit Mikro) vom ausstellenden Verein „lechwärts“.

Austellung für Alles in Altenstadt

„Vergangene Zeit(en)“ zum Anfassen

Sehenswerte Exponate haben zahlreiche Kunstschaffende aus der Region auch in diesem Jahr zur „Ausstellung für Alles“ (AfA) des Kulturfördervereins „lechwärts“ im Altenstadter Schlachthauskeller beigesteuert. Geöffnet ist die Ausstellung noch am Donnerstag und Sonntag, 3. und 6. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Altenstadt – „Vergangene Zeit(en)“ wurden wach angesichts der vier alten Schreibmaschinen und des orangen Telefons mit Wählscheibe, die Samuel Kulot quasi als interaktive Ausstellungsobjekte zusammengestellt hatte. Da war Anfassen erlaubt, und die Besucher durften nach Herzenslust in die Tasten fassen oder den Finger in die Wählscheibe stecken.

Ebenfalls an eine vergangene Zeit ermahnten Fotografien aus der Völklinger Hütte, die Wolfram Kulot bei einem Ausflug geschossen hatte und die die Schönheit vergangener Industrietechnik hervorhoben.

Sein Schwiegervater Peter Sieck hatte dagegen in alten Schätzen gekramt und ließ mit Objekten, Fotos und Zeichnungen ein Stück Familiengeschichte, nämlich die Firma „Schütt & Sieck Schiffsausrüstung“ in Kiel auferstehen, die bei einem Bombenangriff im Dezember 1943 völlig zerstört wurde. Nur wenige Dinge, wie zum Beispiel die ausgestellte Geldkassette konnten aus den Trümmern geborgen werden.

Ebenfalls vergangen ist die Zeit, die Clara Gößwald als Praktikantin an einer privaten Kunstakademie in Augsburg verbracht hat. Geblieben sind einige großformatige Bilder wie zum Beispiel die drei Porträts, die sie in der Ausstellung zeigt.

Alte Sachen sind reizvoller zu malen

Quasi als modernes Triptychon und Ergänzung zu dem schon im vergangenen Jahr gezeigten Bild „Traumurlaub“ versteht Barbara Hoheisel-Wühr die beiden Ölbilder „Traumkleid“ und „Traumhaus“. „Alte Sachen sind viel reizvoller zu malen. Charme und Charakter fehlt neuen Sachen oft“, findet Eli Hänsler, die seit Januar dieses Jahres in der alten Käseküche in Schwabniederhofen wohnt und bei der Afa frühe Zeichnungen zeigt. Darunter zum Beispiel die alte Waschküche ihres Heimathauses in der Oberpfalz.

Tonskulpturen, die an alte indianische Volkskunst erinnern, zeigt Christiane Burger aus Raisting im Altenstadter Schlachthauskeller. Paul Ressl hat Fotos alter Hausfassaden in Altenstadt zu einer Collage zusammengefügt, in deren Mittelpunkt der Römerhof steht. Sein Sohn Fred, der in Augsburg lebt, zeigt einen Siebdruck aus seiner Bachelor-Arbeit in Kommunikationsdesign, in der er sich mit dem Thema Tod auseinandergesetzt hat.

Verwesungsprozess in Bildern gezeigt

Er sammelte dafür tote Tiere am Straßenrand und dokumentierte ihren Verwesungsprozess in seinem Kellerlabor mit Fotos. Der gezeigte Fuchs wurde per Siebdruck auf Papier gebannt, auf dem ausgetretene Flüssigkeit des realen Tieres einen Oxidationsfleck hinterlassen hatte.

Eine ganze Bildreihe mit unterschiedlicher Ausgestaltung der Silhouette von Karl Valentin hat Clara Eichelberg im Rahmen des Kunstunterrichts gefertigt. Unter anderem hat sie dabei auch alte Exen und Schulaufgaben aus dem Schredder eingearbeitet.

Und auch für ein Familienbild der 12-jährigen Emma Heck ist in der Ausstellung Platz, die Alt und Jung mit Buntstift festgehalten hat. Der Verein „lechwärts“ bietet eben allen, die ein Kunstwerk zeigen wollen, ein Forum.

VON URSULA FRÖHLICH

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Ein Peitinger ärgert sich über seine Sparkasse: Er zahlte den Inhalt seines Sparschweins bar ein -und musste dafür noch zahlen.

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