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Auszeichnung für die „Lebensmittelretter“
der Schönach-Schule in Altenstadt

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Von: Jörg von Rohland

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Auszeichnung für die „Lebensmittelretter“ der Schönach-Schule: (v.l.) Schulleiterin Michaela Steber, die Schüler Leon Knooch, Cherobim Hutter und Sercan Yalcin, Hauswirtschaftslehrerin Christine Thanner, die Schüler Leon Bachinger und Rafael Schneider sowie Gisela Schaelow vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Auszeichnung für die „Lebensmittelretter“ der Schönach-Schule: (v.l.) Schulleiterin Michaela Steber, die Schüler Leon Knooch, Cherobim Hutter und Sercan Yalcin, Hauswirtschaftslehrerin Christine Thanner, die Schüler Leon Bachinger und Rafael Schneider sowie Gisela Schaelow vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. © Schönach-Schule

Mächtig stolz sind die Schüler der Schönach-Schule in Altenstadt: Sie sind die oberbayerischen Sieger eines deutschlandweiten Wettbewerbs zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Die Jugendlichen verarbeiten im Hauswirtschaftsunterricht Obst- und Gemüse, das sonst weggeworfen würde.

Altenstadt/Schongau – Schon seit Jahren verarbeiten die Schüler des Sonderpädagogische Förderzentrums in Altenstadt das, was im V-Markt in Schongau übrig bleibt. „Dort stehen kistenweise Obst- und Gemüse bereit, das nicht mehr zum Verkauf angeboten wird“, berichten die Jugendlichen. Sie wissen noch sehr viel damit anzufangen.

Unter Anleitung der Fachlehrerin Christine Thanner werden im Hauswirtschaftsunterricht aus Obst und Gemüse leckere Speisen zubereitet, jeden Donnerstag gibt es in der Pause sogar selbst gemachte Pizza. Die Mitschüler bedienen sich auch gerne an bereitgestellten kostenlosen Obstschalen und vitaminreichen Snacks.

Den Lebensmitteln fehlt so gut wie nichts

Das, was nicht gleich gegessen werden kann, dient der Vorratshaltung: Aus Obst und Gemüse stellt das Team in der Schulküche daraus Marmelade oder Gemüsebrühe her.

Kistenweise Obst- und Gemüse bekommen die Schüler kostenlos vom Schongauer V-Markt.
Kistenweise Obst- und Gemüse bekommen die Schüler kostenlos vom Schongauer V-Markt. © Schönach-Schule

Eine große Hilfe bei der Beschaffung ist den Schülern Michael Höfle aus Schwabsoien. Zusammen mit Lehrerin Christine Thanner sorgt er dafür, dass Obst und Gemüse vom V-Markt in Schongau in die Schulküche nach Altenstadt kommen. Den Lebensmitteln fehlt nach Angaben der Lehrerin in den meisten Fällen überhaupt nichts. In den Netzen sei „vielleicht mal eine Zwiebel, die nicht mehr gut ist“, berichtet die Hauswirtschaftslehrerin. Auch die Bananen seien noch sehr gut zu genießen. Ein paar schwarze Flecken, das war’s.

Eltern sparen viel Geld

Für viele Supermärkte sei das aber Grund genug, die Lebensmittel in den Müll zu werfen, weiß Thanner, die dem V-Markt sehr dankbar ist, dass die Schule die übergebliebenen Lebensmittel haben darf.

In der Schulküche verarbeiten sie die Lebensmittel zu leckeren Speisen und zur Vorratshaltung.
In der Schulküche verarbeiten sie die Lebensmittel zu leckeren Speisen und zur Vorratshaltung. © Schönach-Schule

Das spart nämlich auch den Eltern der Schüler bares Geld. Nur zehn Euro müssten sie pro Jahr für die Lebensmittel im Hauswirtschaftsunterricht bezahlen. Ohne das Obst und Gemüse vom V-Markt „wäre es viel mehr“, weiß Thanner.

Wichtiger als Preise sind die Lerngewinne der Schüler

Ihre Idee war es dann auch, sich an der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ zu beteiligen, die im Herbst vergangenen Jahres von Bund und Ländern initiiert worden war. Schüler und Lehrerin in Altenstadt erarbeiteten dazu eine umfangreiche Präsentation ihres Dauerprojekts mit Text und Bildern. Der Wettbewerbsbeitrag passte perfekt in die Aktionswoche, deren Ziel es war, „auf das Thema Reduzierung der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen“.

Das Engagement der Schönach-Schule belohnte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit einem Preis, den Vertreterin Gisela Schaelow persönlich in der Pausenhalle der Schule überreichte. Neben einer Urkunde hatte sie eine „Überraschungstasche“ mitgebracht. Vom „Klimakochbuch“ über jede Menge Holzkochlöffel bis hin zu 30 Kochschürzen war einiges darin enthalten. „Wichtiger als die Preise sind uns jedoch die Lerngewinne für die Schüler“, sagt Schulleiterin Michaela Steber. Die sind: „Nachhaltiger und umweltbewusster Umgang mit Lebensmitteln.“

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