Luiza Monteiro begeisterte im Kulze in Schwabniederhofen mit feinstem Bossa Nova.
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Luiza Monteiro begeisterte im Kulze in Schwabniederhofen mit feinstem Bossa Nova.

Nach langer Pause hat es im Kulze in Schwabniederhofen mit Luiza Monteiro wieder ein Konzert gegeben

Brasilianische Lieder, die unter die Haut gehen

Die Bühne im Kulturzentrum (Kulze) in Schwabniederhofen ist wieder geöffnet und startete nach der Corona-Zwangspause mit einer talentierten Nachwuchssängerin: Luiza Monteiro verzauberte ihr Publikum mit brasilianischen Songs, die unter die Haut gehen.

Schwabniderhofen - Nicht viele Besucher hatten das Vergnügen, bei der Wiedereröffnung des Kulturzentrums in Schwabniederhofen mit dabei zu sein: Rund 30 Zuhörer durften die Veranstalter einlassen, damit die Sicherheitsabstände in den Reihen gewahrt blieben. Doch die wenigen Besucher erlebten ein umso hochwertigeres Konzert. Die bislang noch unbekannte Sängerin entpuppte sich als äußerst talentierte Nachwuchskünstlerin.

Begleitet von Friedrich Rauchbauer am Klavier, präsentierte die junge Brasilianerin einen Bossa Nova-Abend auf höchstem musikalischen Niveau – und fesselte ihr Publikum mit ihrer Stimme und ihren einfühlsamen Interpretationen.

Der Zuhörer konnte sich in die Songs richtig einfühlen, auch dann, wenn er die Texte im portugiesischen Original vielleicht nicht verstand. Denn der Künstlerin gelang es, allein durch ihren Ausdruck das Publikum teilhaben zu lassen – an Freude und Leid, an Liebe und Leidenschaft.

Dies gelang ihr auf einzigartige Weise, wenn sie etwa den Latin-Jazz-Song „Manhã de Carnaval“ – vielen bekannt aus dem Film „Orfeu Negro“ – ertönen ließ: Mit ihrer Stimme berührte Luiza Monteiro die Zuhörer, alles lauschte gebannt dieser feinfühligen Interpretation. Denn die 23 Jahre junge Sängerin kopiert nicht nur die altbekannten Lieder, vielmehr gibt sie jedem Song ihre ganz persönliche Note.

Auch beim weltweit berühmten „The Girl from Ipanema“, das sie – diesmal in englischer Sprache – locker und beschwingt dem Publikum servierte. Apropos servieren: Luiza Monteiro schaffte es sogar, singend auf der Bühne Cocktails zu mixen und einen brasilianischen Eintopf zu kochen – sehr zur Erheiterung der Zuschauer.

An dem Abend im Kulze präsentiert die 23-Jährige eine ganze Reihe bekannter Bossa Nova-Klassiker. „Bossa Nova ist ja so eine Mischung aus Samba und Jazz“, verkündet die Sängerin. „Die Musik ist schräg und hat auch irgendwie etwas ‘Schmutziges’ an sich. Aber Fritz sagt, genau das mache diese Musik ja auch aus.“

„Fritz“ nennt sie ihren Dozenten Friedrich Rauchbauer, der sie professionell am Klavier begleitete. Rauchbauer unterrichtet an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, zu der das Kulze seit Jahren gute Beziehungen pflegt. Es waren in den vergangenen Jahren regelmäßig Künstler der Akademie auf der Bühne in Schwabniederhofen zu Gast.

Als erster Bossa Nova-Song überhaupt gilt bekanntermaßen „Chega de Saudade“ von Antonio Carlos Jobim: Und der Liedtitel „Chega de Saudade“ war gleichzeitig der Titel des brasilianischen Abends im Kulze. Die Lieder, die Luiza Monteiro präsentierte, handelten nicht nur von Liebe und Leidenschaft, sondern auch oft von ihrem Heimatland Brasilien und natürlich vom Samba. Songs, die mal heiter und beschwingt klangen, dann wieder ernst und melancholisch.

Die Sängerin, die in Rio de Janeiro aufgewachsen ist und erst vor vier Jahren nach Deutschland gekommen ist, um in München Schauspiel zu studieren, kennt die meisten Bossa Nova-Lieder schon aus ihrer Kindheit: „Ich habe die Lieder immer mit meiner Oma gesungen, sie war ein großer Fan dieser Musik“, erzählt sie.

Erst kürzlich hat die Nachwuchskünstlerin ihr Schauspielstudium abgeschlossen. Bald wird sie jetzt von München nach Ingolstadt umziehen: Dort hat sie eine Anstellung am Theater gefunden, wo sie demnächst als Schauspielerin auf der Bühne stehen wird.
MANUELA SCHMID

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