Auch für die Kunden im Feneberg in Altenstadt ist seit dieser Woche die FFP2-Maske Pflicht.
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Auch für die Kunden im Feneberg in Altenstadt ist seit dieser Woche die FFP2-Maske Pflicht.

Aus gesundheitlichen Gründen

Supermarkt-Verkäuferin mit Klarsichtmaske: Kundin empört - „Gehört aus dem Verkehr gezogen“

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Eine Verkäuferin aus Altenstadt ist aus gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreit. Dennoch trägt sie zumindest eine Klarsichtmaske. Eine Kundin reagierte empört.

Altenstadt – Die Kundin aus Schongau geht nicht gerne im Discounter einkaufen. Die 53-Jährige ist bislang lieber nach Altenstadt gefahren, um bei Feneberg regionale Produkte zu erwerben. „Wir sind Bio-Fans“, sagt sie über sich und ihren Lebensgefährten. Zuletzt waren die beiden bei ihren Einkäufen in Altenstadt aber ganz und gar nicht begeistert, sondern empört. Stein des Anstoßes war eine Verkäuferin, die in dem Supermarkt arbeitet. Sie zieht sich weder eine FFP2-Maske noch einen einfachen Mund-Nasenschutz über das Gesicht, sondern trägt lediglich eine nach unten offene Klarsichtmaske. Offensichtlich, um besser Luft zu bekommen.

Verkäuferin aus Altenstadt trägt Klarsichtmaske - Kundin reagiert empört

Das gehört nach Meinung der Schongauerin verboten. Sie hat sich bei Feneberg, im Gesundheitsamt und bei der Polizei beschwert. Auch das Ordnungsamt in Altenstadt bemühte die 53-Jährige. Vergeblich: „Da stößt du auf Granit“, schimpft die Schongauerin. Vom Gesundheitsamt habe sie sogar zu hören bekommen, „wir haben etwas anderes zu tun“.

Mit Arzt-Attest: Verkäuferin im Feneberg darf Klarsichtmaske tragen - das regt Kundin auf

Als die 53-Jährige kürzlich wieder im Feneberg war und die Dame „mit dem Plastikteil“ erblickte, war für sie das Maß voll. Sie entschloss sich, an die Öffentlichkeit zu gehen. Zwar hatte die Kundin zwischenzeitlich von der Polizei erfahren, dass die Angestellte eine Maskenpflicht-Befreiung hat. Dennoch will sie nicht verstehen, dass die Verkäuferin weiterhin Obst und Gemüse in die Regale einräumen darf. „Die muss doch aus dem Verkehr gezogen werden“, fordert die Schongauerin und weist nebenbei darauf hin, dass sie „sehr viel Geld“ bei Feneberg lasse.

Bei der Verbrauchermarktkette wollte man die Beschwerde zunächst nicht weiter kommentieren. Auf Nachfrage betonte eine Sprecherin dann aber, dass „selbstverständlich bei uns sämtliche Vorschriften eingehalten werden“. Und die lauten für die Verkaufsräume: „FFP2-Maskenpflicht für Kunden, Maskenpflicht für Mitarbeitende, Klarsichtmasken nur bei Maskenbefreiung durch ärztliches Attest.“

Verkäuferin mit Klarsichtmaske: Ordnungsamt prüft Angaben - „Alle Vorschriften eingehalten“

Damit geht Feneberg sogar weiter, als es das Gesetz vorsieht: Nach Angaben des Ordnungsamts im Landratsamt gilt für das Personal in den Verkaufsräumen zwar die Maskenpflicht. Aber: „Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit.“ Hat die Verkäuferin ein entsprechendes Attest vom Arzt, ist nach Angaben von Ordnungsamts-Abteilungsleiter Matthias Seitz alles in bester Ordnung. Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg, bestätigt dass dem im Fenebergmarkt so ist. „Der Sachverhalt wurde überprüft, es ist alles in Ordnung“, so Kieweg. Mehr möchte die Polizei zu „dem Einzelfall“ nicht sagen.

Das Landratsamt erinnert die Schongauerin an die seit kurzem geltende verschärfte Maskenpflicht: „Die FFP2-Maske schützt ja supergut“, meint Seitz und fügt hinzu, dass die Frau ja auch woanders einkaufen genau könne.

Genau das will die 53-Jährige jetzt tun, erklärte sie, nachdem sich der Fall aufgeklärt hatte. Die Schongauerin hält das Verhalten in Altenstadt nach wie vor „für grob fahrlässig“. Das habe ihr ein befreundeter Arzt bestätigt.

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