Mit Spaß und Können an der Basilikaorgel: der Eichstätter Domorganist Martin Bernreuther.
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Mit Spaß und Können an der Basilikaorgel: der Eichstätter Domorganist Martin Bernreuther.

Martin Bernreuther hat die Altenstadter Orgelmatineen eröffnet

Der Domorganist als Frühaufsteher

Georg Reichhart, der Ehemann der Altenstadter Mesnerin, hat jüngst die Pforte zur Basilika und die Tür zur Empore bereits um 7.30 Uhr in der Früh aufgesperrt. Aus gutem Grund: Domorganist Martin Bernreuther aus Eichstätt machte sich vor dem 9.30 Uhr-Gottesdienst eineinhalb Stunden mit der Link-Orgel vertraut. Denn er gestaltete nach der Messe die erste der insgesamt vier Matineen im Altenstadter Orgelsommer.

Altenstadt - So früh war noch nie ein Kirchenmusiker aufgestanden, der in der Basilika St. Michael zu Gast war. Um 5 Uhr klingelte der Wecker für Bernreuther, das galt auch für seine Frau und die beiden Kinder. Die Vier waren so zeitig in Eichstätt weggefahren, dass sie nach 150 Kilometern Anreise kurz nach 7.30 Uhr in Altenstadt ankamen. Tochter Anna (16) registrierte und blätterte um, während ihr Vater musizierte.

75 Besucher fanden sich zum Auftakt des Altenstadter Orgelsommers in der Basilika ein. Ebenso wie im ersten Corona-Jahr 2020, als mit Florence Rousseau aus Rennes (Frankreich) eine Kathedralorganistin im ersten Konzert zu Gast war, eröffnete heuer zum Auftakt wiederum ein Domorganist die Reihe.

Dabei spielte Bernreuther, der diese Aufgabe schon seit 19 Jahren in Eichstätt versieht, mit seiner Erfahrung als professioneller Kirchenmusiker bei Werken von Bach, Mozart und Mendelssohn Bartholdy, die ganze Erfahrung und das Können aus.

Zu den Werken: Wuchtig und füllig der Charakter im Präludium in G-Dur und in der darauffolgenden Fuge, lieblich das Choralvorspiel „Liebster Jesu wir sind hier“ von Bach. „Adagio“ und „Rondo“ von Mozart hat Bernreuther in einer eigenen Bearbeitung für Orgel vorgetragen – ein heiterer Beitrag im Programm.

Nach einem geistlichen Impuls, den Lektorin Adelheid Heilig vortrug und der sich mit einem Gebetsanliegen an den Eichstätter Bistumsgründer Willibald befasste, erklangen in der Romanik der Basilika zwei Stücke aus der Epoche der Romantik. Von Felix Mendelssohn Bartholdy interpretierte Bernreuther das „Allegretto“ und das „Allegro maestoso e vivace“ aus der Sonate in B-Dur.

Die „Basilikafreunde“ aus Altenstadt sind der Veranstalter und freuten sich, mit Bernreuther wiederum einen erstklassigen Kirchenmusiker zum Auftakt für den Orgelsommer gewonnen zu haben. Dessen Vita spricht für sich. Er war schon Professor an der Hochschule der Künste an der Katholischen Universität in Porto (Portugal) und war mehrere Jahre am Münchener Dom sowie an der Pfarr- und Klosterkirche in Altomünster tätig.

2002 erfolgte die Ernennung zum Domorganisten im Bistum Eichstätt, wo er auch Orgelsachverständiger ist. Einer der Höhepunkte waren für ihn Rundfunk- und Fernsehaufnahmen der Großen Messe in c-Moll von Mozart unter der Leitung von Leonard Bernstein.

Die diesjährigen Orgelmatineen in Altenstadt werden von Kirchenmusikern aus vier unterschiedlichen Diözesen gestaltet. Am Sonntag, 25. Juli, musiziert Ralf Hansjosten aus Schweich im Bistum Trier, der ältesten Diözese Deutschlands. Beginn ist ausnahmsweise erst um 11.30 Uhr – vorher findet die Erstkommunion statt. Hansjosten, gut bekannt mit dem Schongauer Kirchenmusiker Andreas Wiesmann, spielt in Altenstadt vorwiegend barocke Werke unter anderem von Pachelbel, Torner und Bach.

JOHANNES JAIS

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